Der ungenannte Verfasser in den Medical Qbservations and Inqui- ries, hat wenigstens Hoffmanns Warnung gegen das Opium in der Blasenentzündung gründlich zu entkräften gesucht. Man reicht den Mohnsaft auch wohl am wirksamsten in gröfseren Gaben in IClystieren.

Das Zimmer des Kranken mufs in einer angenehmen Temperatur, ja nicht kalt, erhalten werden.

Ist die Blase von Urin gewaltig ausgedehnt, und der zu verschie­denen Zeiten , besonders bey anscheinender Erleichterung der Zufälle, wiederholte Versuch des Einbringens eines biegsamen Catheters, wegen der besonders am Halse der Blase befindlichen Entzündung, unmöglich, so mufs man sich zum Ablassen desselben durch den Blasenstich über den Schambeinen (§. 66.) nicht zu spät entschliefsen, weil, aufser andern Gründen, der grausame Schmerz die Operation durch den Mastdarm mit gehöriger Vorsicht zu verrichten verbietet.

Vermehrt sich mit dem Ablassen des Urins durch den Catheter der Schmerz, so darf man ihn nicht auf einmal, sondern nur allmählig aus­leeren, daher auch den Catheter nicht ohne Noth zu oft einbringen.

Ist die Blase mehr oberhalb entzündet, so ist das Einbringen eines Catheters nicht beschwerlich, aber auch wohl nicht erforderlich, weil diese Entzündung den Harn nur zu rasch .austreibt.

Nach abgelassenem Harne empfiehlt man milde Einspritzungen in die Harnblase, mittelst eines hohlen Catheters, z. B. von einem Absud von Salep, Sago, Gersten sc lilehn , Eibisch, frischem Leinöl mit wässeri­gem Opiumextrakte, oder von Milch.

Die Nahrung, die man dem Leidenden reicht, mufs äusserst milde, schleimig, ölig, warm, ja nicht kalt seyn. Besonders mufs er alles Ge­salzene, Säuerliche und Gewürzhafte aufs sorgfältigste vermeiden. Selbst das Getränke schleimiger Sachen mufs lauwarm seyn. Frid. Hoff­man n empfiehlt Selzerwasser, und beruft sich auf unzähliche gemachte Erfahrungen.

Fällt die Heilung gerade in den Herbst, wo es gute reife Trauben gibt, so habe ich wenigstens noch ganz kürzlich in ähnlicher Entzündung