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am Arme bey diesen Umständen vorzuziehen wäre, legt man mehrere' Blutegel, oder, wenn solche nicht zu haben wären, blutige Schröpfköpfe auf den abseschornen Schambügel, besonders aber ans Mittelfleisch, und an den vorderen Theil des Afters. Die Arterien nämlich, des Halses der Harnblase, welche bey dieser Krankheit die allerwichtigste Rolle spielen, kommen mit denen für das Mittelfleisch aus einem gemeinschaftlichen Stämmchen Indem nun den früher aus diesen Stämmchen entsprin­

genden Aestchen durch ein solches Oeffnen gewissermasfen Luft gemacht wird, wird auch der Andrang des Bluts in die später aus diesem Stämm­chen entspringenden Aestchen gemindert, und wahrhaft abgeleitet.

Man bringt sodann lauwarme Bähungen am bequemsten mittelst einer mit warmem Wasser gefüllten Schweinsblase auf den Schamhügel und das Mittelfleisch, während man erweichende Breyumschläge aus gequetschten gebratenen Zwiebeln, oder aus Leinsaamenmehl, Milch, Semmelkrummen, oder Eibischwurzel, Malve, Hollunderblüthen, Mohn- lcÖpfen, Chamillenblumen, Meliloten, Schierling, Bilsenkraut, und der­gleichen Warm bereiten läfst.

Man läfst die flüchtige Salbe mit Campher und Mohnsaft ins Mit­telfleisch und den Schamberg einreiben.

Man sezt den Kranken in ein lauwarmes, oder auch wohl etwas Wärmeres Seifenbad, oder wenigstens in ein Halbbad j man läfst durch einen dazu eingerichteten Stuhl warme Wasserdämpfe an den After und die Zeugungstheile gehen.

Kommt die Krankheit zunächst von Verkältung , so leistet Opium die beste und schnellste Hülfe, ungeachtet man es gewöhnlich, aus Furcht die Entzündung zu vermehren, erst nach geminderten Haupt-Zu-^ fällen, wenigstens erst nach der Aderlafs zu reichen pflegt.

Der

a) In natürlicher Gröfse und Lage findet man dies Stammelten abgebildet, bey P. Camper Demonstrationes Anatomico pathologicae. Lib. II. Tab. 1. C. J. M. Lanoenbeck über eine einfache und sichere Methode des Steinschnittes. YVürzburg 1002. 4. Tab. II. und IV.