der Nieren, von dem Genüsse derselben, doch mit Vermeidung des Ver- schhicketts der Hülsen und Kerne, die erwünschtesten Wirkungen gesehen. Traubensaft erfüllt auch wirklich alle Erfordernisse eines milden, kühlen* den, erfrischenden, schleimigen, den Leih gelind offen erhaltenden-, und überdies den meisten Menschen angenehmen NahrUngs- und Arzney- mittels. Frid. Hoffmann lobte sogar den ungarischen Wein. i

Von Arzneyen passen in allen Füllen nur milde, schleimige Substan­zen. Absud von Eibisch oder Salep, Tapioca , Auflösung von arabischem Gummi> das Decoctum albüm Sydenhami, Hanfsaamen- öder Mohüsaa- menmilch. Hoffm anN empfiehlt seinen Liquor anodinus, weichet Wenigstens, wenn er gut bereitet ist, zur Verminderung von Blähun­gen, welche den Leib auftreiben, viel beytragen kann.

Ungeachtet die angesehensten Aerzte Salpeter zu reichen anratlren, so würde ich ihn doch besonders anfangs, als unmittelbar für die Harnblase zu reitzend, vermeiden, besonders da durch die Versuche von Dr. Ale x> and kr und Andern erwiesen ist, dafs er durch den Harn unverändert ab geht.

^ Kommt die Entzünd ung von Cantharide ft, so reicht man Campher

in Mandelmilch, oder schleimi&en Absuden oder Auflösungen von ärabi- yz/Xi schem Gummi oder Traganth, und Iäfst den Patienten viel warmes Was- 1 ser, z, B. leichten Thee trinken.

Ist Verdacht von verstecktem venerischem Gifte, so Iäfst man Queck­silbersalbe auf den Schamlragiel und ins Mittelfleisch um so mehr einreiben, als man sie auch aufser diesem Verdachte in der Blasenentzündun«- em-

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pfiehlb Dergleichen abwechselnd die sogenannte fliichtisre Salbe.

Insbesondere wird noch, fee'y Menschen von arihritischer Constitu­tion das Decoctum Rad. Pareirae bravae*) empfohlen. Wie denn überhaupt nach glücklich gehobener Blasenentziindung, die Heilung der Gicht mit

*) «) Amdr, Heitetiüs des maladles les plus frequentes et des remedeS speciilques. Paris 1704, hielt diese Wurzel unter solchen Umständen für spezifisch.

&) Alex. Beakrie, Disquisirion 011 Medicints that dissolve the Stone. Lond. 1771. Das Nähere findet in an in Mürkats Apparatus Medicäminum. Yol. I. pag. 497.