IO

In dem Maafse also, in welchem sich das Wasser vom Wei­ne trennt, trennt sich auch von ihm das Salz. Ist dieses Bsaff nicht ein wahrer Scheidungsprocefs? Ich wenigstens wüfste nicht, wie man auf eine leichtere und nettere Art, ohne Nachtheil dem eigent­lichen Weine zuzufügen, den Wein entwässern, oder depyegmircn könnte.

5- 16.

Indessen bleibt immer noch ein gar merklicher Unterschied zwischen der Veredlung des Weines in einem hölzernen Fasse, und der Veredlung in einem mit Rindsblase verschlossenen Glase.

Aus einem mit Rindsblase verschlossenen Glase nämlich kann dieser Wein nach obiger Erfahrung §. 7. bis auf ein Drittel ohne Nachtheil seiner Güte verdünsten. Allein aus einem Fasse würde schwerlich dieser Wein bis auf die Hälfte, ohne Nachtheil seiner Güte, haben verdünsten können.

Darf ich von meinen vorigen Versuchen *), wo 4ogrädiger Weingeist Seine Bedeckung mit Tannenholz, gerade so wie er ist, durchflog, ohne v'erhältnifsmäfsig mehr von seinem Wasser als von seinem Alcohol zu verlieren oder zurückzulassen, hier eine Anwen­dung machen, so wäre solchen zufolge dieses sehr begreiflich. Durch das Holz des Fasses nämlich, verdünstet nicht blofs vom Wasser, sondern zugleich vom Alcohol, oder Geiste des Weines, eine Quan­tität) folglich ists kein Wunder, wenn der Wein verdirbt, weil vor­züglich der Alcohol des Weines sein Verderben verhütet, welcher Alcohol in meinen Versuchen zurück bleibt und nicht mit verfliegt.

Denn was ist das sogenannte «Zehren des Weines anders, als ein Verdünsten eines Theiles desselben durch das Holz des Fas­ses,

Siehe Denkschriften am angef, Ort, S. 283.