Die eine Erfahrung nämlich ist: Der möglich reinste durch die Wärme des Eises rectificirte Vitriol-Aether, welcher bey gleicher Temperatur nach unsers Collegen Gehlen Versuchen in dem Richte r’schen Aräometer bis 735 einsinkt, wenn Richters eigener
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Aether/ bis 733 einsinkt, verräth bey einer Bedeckung mit einer Federharz-Haut, nicht nur gleich auf der Stelle durch den Geruch, sondern schon nach einigen Stunden durch eine bedeutende Quantitäts- Abnahme, sein Verdunsten durch diese Haut, während ihn. eine Bedeckung von Rindsblase auffallend länger zurückhält.
Die andere Erfahrung ist: Gemeine atmosphärische Luft läfst sich ohne'Abnahme lange Zeit in einem etwa eine halbe Linie dicken Säckchen von Federharz einschliefsen, dagegen brennbare Luft (Wasserstoffgas) sich in demselben Säckchen nicht 2'j Stunden lang aufbewahren läfst. — Ich habe darüber eine Menge Versuche angestellt, und lege hier den dabey gebrauchten Apparat vor. —- Brennwasser (wie mein Sohn den Weingeist nannte) und Brennluft (wie ich in dieser Hinsicht das Wasserstoffgas nennen könnte) kämen also darin überein, dafs ihr Brennwesen wohl durch Federharz y aber nicht durch Rinds, blase dringt.
Ist etwa der Grund.dieser Erscheinung kleinerntheils die gröfsere Dichtigkeit, welche bey gleicher Dicke thierische Häute vor vegetabilischen Häuten auszeichnet — und gröfserentheils eine chemische Verwandtschaft?
Sollten daher diese Erscheinungen durch folgende Betrachtung einiges Licht gewinnen, oder wenigstens durch sie in Zusammenhang mit allgemein bekannten Erfahrungen gebracht werden können ?
So wenig nämlich der vegetabilische Stoff des Federharzes vom Wasser angegriffen wird, oder von ihm durchdrungen, zersetzt und aufgelöst zu werden vermag, eben so wenig könne er in der Gestalt einer Haut von dem Wasser in Dunstgestalt durchdrungenTwerden.
Hin-