kan nt zu machen. In seinen früher» Versuchen diente die thierische Blase nur als hermetischer Deckel der Gläser, welche die zur Verdünstung bestimmte Flüssigkeit enthielten, tzhne mit dieser leztcrn in unmittelbarer Berührung zu seyn. In den gegenwärtigen ward dagegen diese unmittelbare Be­rührung zwischen beydcn zur Hauptbedingung ge­macht, indem die Flüssigkeiten unmittelbar in die Blasen eingefüllt wurden, v. S's. Hauptversuch mit seinen eigenen Worten wiedergegeben, erläutert die Methode am allerverständlichsten:

Man fülle eine Kalbsblase mit 16 Unzen 75 grädigem Weingeiste, binde sie fest zu, und hänge sie über ein geheiztes Sandbad, oder hinter einen geheizten Stubenofen, so daßsierings umher vom warmen Sande, oder den Wänden des Ofens-über einen Zoll entfernt bleibt. Bin- nen wenigen Tagen wird man den Weingeist, nach Verlust eines Htels seiner Quantität, d. i. 4 Unzen, bis auf ioo Grade erhöht finden. Ju- dem nämlich /bgrädiger Weingeist aus £ Alcohol und l Wasser besteht, muß nach dem Abgänge von 4 Unzen oder des Viertels an Wasser, aus diesem Weingeiste ^teb als absoluter Alcohol blei-

Hr. v. Sömmerring nimmt mit Lowiz und Jacquin Weingeist von 0,791 Elgenschwere bey i6^ R. als absolut an, womit Richters Annahme, 0792, und Lralles 0,7913 fast voll­kommen einstimmen. Die Entwässerung noch wei­ter treiben wollen, würde die Natur des Weingei­stes in eine ätherartige umwandcln.

Da man durch bloße einfache Destillation den Weingeist über etwa 92° Richter nicht zu bringen im Stande ist, weil bey diesem Grade von Entwässerung der Alcohol die ihm noch beygemisch- ten 8Theile Wasser sehr stark zurück hält, so muß man zur Bcymengung von Mitteln seine Zuflucht nehmen, welche, wie Kali, ungelöschter Kalk, salz­saures Kali rc. das Wasser noch begieriger, als der Weingeist anziehcn, und muß leztcrn darüber übcr- destilliren, was immer mir Umständlichkeiten ver­bunden ist. Das neue Verfahren, den Weingeist blos in thierifchcn Blasen zu entwässern, ist gegen

jenes im höchsten Grade einfach und leicht, erfor­dert dagegen wiederum einige Vorsichts-Maßregeln.

Hr. v. S. si'ndet es, um den Alcohol besser Zurück zu halten, aus mehrfacher Erfahrung für zweckmäßig, die Kalbs- oder auch wohl Rindsblasen, in welchen Weingeist durch bloße Verdünstung ent­wässert werden soll, vorerst auf das sorgfältigste zu reinigen, und sodann, ehe sie vollends trocken ge­worden sind, mit einer consistenten Hausenblasen- Auflösung sowohl auswendig, als inwendig zu be­streichen , und sie, um die Flüssigkeit bequemer ein- und auszugießen, mit einem kurzen Stückchen einer Glasröhre zu versehen, an welche sich die Blase mittelst ihres natürlichen Leims luftdicht an­klebt, und welche sodann mit einem Korke gut ver­schlossen, und wieder mit Blase Überbunden wird. Weingeist, welcher über 5 o Prct. Alcohol enthält, macht die Blase während des ganzen Verdünstungs- Prozesses, welcher bey anhaltender Erwärmung, in­nerhalb weniger Tage vollendet ist, nicht merkbar naß, indem sie sich vielmehr völlig trocken anfühlt; auch verspürt man äußerlich nicht den geringsten Weingeistgeruch. Der Prozeß geht aber in nicht ganz vollen Blasen besser von Statten, als in ganz MllgsfMmmMam^mr die Blasen bey gehöriger Behandlung öfter, als hundertmal brauchen. Die Schwimmblase des Lachses taugt, so wenig,, als menschliche Oberhaut, zu den Versuchen. Erstere läßt, nach v. S. Versuchen, mit dem Wasser viel Weingeist durch, leztere (v. S. nahm Oberhaut von seinem eigenen Finger) hält das Wasser zu lange zurück.

(Die Fortsetzung folgt.)

Neue Badeanstalt m Gmunden.

Neuerlichst sind in G m u n d e n am Traun se e m Obcröstrerch zweyerley Bäder vorgerichtct: ein süßes (Seewasser) Bad und ein Soolen- (Sa­linen) Bad. *) Das Seewasser ist noch nicht che-

*) Es wird nämlich die Soole oder Sülze, die in den Salzbergen zu Hall statt und Ischl durch Eintassung von süßem Wasser in die sogenannten Wehren (weite kammerartige Aushölungen in den Bergen, die aus Thon, Gyps und Salz bestehen) gewonnen wird, in Rohren zum Theil auch bis nach Langbath oder Ebensee, wo sich