Dünner Darm.
Z2L
Betrachtung des lebendigen Dünnen Darms.
8- 215.
Wurmförmige Bewegung des dünnen Darms.
Betrachtet man den Dünnen Darm in lebendig geöfneten, oder wenigstens frisch geschlachteten Thieren, odar bei Verwundungen, oder bei chirurgischen Operationen, z. B. bei Bruchoperationen, beim Kaiserschnitte u. s. f., sieht man ihn sich so ganz augenscheinlich, durch seine Lebenskraft bewegen.
Diese Bewegung nennt man die wUl'Mföl'ttliste, weil sich durch selbige ein Stück des Dünnen Darms verengt, wahrend daß sich ein anderes erweitert, eins sich hinaufwalzt, während daß ein anderes sich hinabwalzt, eins sich verkürzt wahrend ein anderes sich verlängert,. kurz weil sich der Dünne Darm wie ein Wurm zu krümmen und zu winden scheint.
Diese eigene Bewegung, oder diese auffallende Aeußerung der Lebenskraft des Dünnen Darms kommt offenbar von seinen Muskelfasern.
Die Stelle nämlich eines Dünnen Darms, die man entweder mit fpihigenWerkzeugen von außen berührt, oder auf die man chemische Scharfen von außen bringt, zieht sich, falls der Darm noch Lebenskraft oder Reiz- darkett genug besiht, bis zur gänzlichen Schließung ihres Kanals zusammen.
Eine gleiche Zusammenziehung folgt aus einen innwendig auf eine Stelle des Darms angebrachten Reiz. Z. B. auf eingeblasene Lust, oder irgend eine einge- brachte Flüßigkeit.
Sömmerring Eingeweidlehr«, T