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Milz.

Gas angefüllt, und durch ihn die Milz gegen die wider? liegenden Ribben, und gegen den an ihr liegenden Zwerchmuskel zusammengedrückt, und das Blut, wel? cheö langsam und in geringer Menge durch die Vene zurückfloß, nun kräftig aus der Milz gedrückt, so eilt es durch die Pfortader in die Leber, um nicht nur das trage Blut der Netze und der Gekröse durch seine Bei? Mischung zu verdünnen, und vor Gerinnung und Stockung zu schützen, sondern auch selbst eine Menge Stoff zur Absonderung der Galle herzugeben.

Hiedurch erfolgt eine reichlichere Absonderung der Galle gerade zu der Zeit, wenn von ihr zu dem ein? tretenden Verdauungsgeschäfte am meisten erfordert wird.

Die Milz scheint also dazu zu dienen, daß durch sie ein dünnes, durch den Aufenthalt zerfetztes, lau? genhaft und schärfer gewordenes, somit zur Absonde? rung der Galle geschickteres Blut die Leber zugeführt bekommt.

Die Milz wäre also ein Organ, wodurch das Blut zur schnellern Absonderung der Galle während der Ver? Lauung aufgespart und vorbereitet wird.

Bei allen Thieren, die mit dem Bau des Men? fchen nur einige Ähnlichkeit haben, geht daher das Blut aus der Milz in die Leber.

Einigen Physiologen schien dieses Blut der Milz selbst aus dem Koche des Grimmdarms durch unorga? nifche Poren faule Dampfe zu erhalten, welches aber von dem lebendigen Körper nicht füglich behauptet werden kann.

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