17 © Milz.

§ 57 -

Angebliche Verrichtungen oder Wirkungen der Milz.

Man suchte in der Milz den Sitz der sensitiven Seele:

oder, die Quelle des Lachens,

oder, die Ursache des Schlafs,

oder den Sitz des Geschlechtstriebes; und ließ die Milz Blut an die Geschlechkötheile schicken.

oder den Urftoff, und Anfang des Saamens.

Man meynte, daß der Gelenksaft in der Milz zu- bereitet würde.

Oder: daß durch die Poren der Milz eine Lymphe schwitzte, welche die Eingeweide anfeuchtete.

Oder: daß in der Milz aus dem Magensafte die Blutmachung vollendet, durch die Aorte in die Aorten­kammer des Herzens geschafft, mit Luft vermischt, und durch die Arterien verbreitet würde.

Oder: daß die Milz einen Nahrungssaft aus den Darmen sauge, und ihn ferner bearbeite.

Oder umgekehrt: daß die Nerven einen Nahrungs- fast aus der Milz saugten, und dem Blute zur Ver­vollkommnung beymischten.

Oder: daß die Milz eine, für gewisse Hypothesen nothwendige, Saure absondere, welche entweder durch die kurzen Gefäße in den Magen, oder durch die Venen ins Herz gelangte, und die alcalische Natur des Chylus dampfte., .

Oder: daß die Milz einen schwarzgallichten Saft auskochte, und durch die Pfortader in die Leber schickte.

Oder: daß die Milz wie ein Schwamm aus Zellen bestünde, in welchen das Blut stockte.