Stimme und Sprache.

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durch die fast krampfhaft stät oder fest, nicht weit von einan- der gehaltenen Zähnereihen: so nennt man dieses durch die Fistel fingen. Das UebertriebeneGezwungene bei dieser Handlung ist dem Ohre so wenig, als dem Auge zu verbergen. Die natürliche Stimme wird dadurch um mehrere Töne erhöht.

Das Singen scheint dem Menschen als Zeichen des Vergnügens eigen.

Kinder in den ersten Lebensjahren singen nicht, wegen der Schwäche der Kehlkopfsmuökeln.

Zu einem guten Sänger, oder zu einer guten Sangerinn gehört: ausser guten und geübten Hör­organen, einem regelmäßig gewölbten, bequem, ge­mächlich und kräftig, oder im eigentlichen Verstände nachdrücklich zu bewegenden Thorax, weiten, starken, leicht und frei ausdehnbaren Lungen, und einem nicht zu gestreckten noch zu gestauchten Halft noch ins­besondere:

ein genau richtiges Verhaltniß der Theile des Kehlkopfs zu einander, eine nicht zu strgffe noch zu schlaffe Zusamtuenfügung derselben, eine mäßige Biegsamkeit derselben, eine gleichmäßige Kraft der Muskeln desselben auf beiden Seiten, vorzüglich gleiche Dicke, Länge, Einfügung, Geschmeidigkeit, und Spannung der Stimmrißenbänder, gleiche Höhe der Taschen

ein nicht zu hoch geendigtes, noch zu tief hinab hängendes, nicht zu schlotterndes, noch zu scharf unge­zogenes Gaumenftegel,