io6 Stimme und Sprache.

geübte Stimme eines Menschen durchlaufen. Da nun zu jeder Octave, die höher als die mittlereist, der Kehlkopf um einen halben Zoll in die Höhe gezogen wird; zu jeder Octave aber, die tiefer als die mittlereist, ohngefahrum einen halben Zoll niedergezogen wird: so betragt die Veränderung, die der Kehlkopf annehmen kann, zusam- men ohngefahr drey Zolle.

§. ui.

Singen.

Das Singen entsteht, wenn die Stimme mittelst des Kehlkopfs der zwischen entgegengesetzten hinauf und hinab (oder gegen den Kopf und gegen die Brust) ziehenden Kräften schwebt und zittert, verschiedene Grade der Hohe und Tiefe schnell durchlauft.

Daher ist jeder gesungeneTon gespannter als jeder gesprochene Ton.

Daher ist das Singen angreifender, als dae mit ruhigerm Kehlkopfe erfolgende Sprechen. Beim Sin­gen nämlich wirken die Muskeln unaufhörlich, und er­halten den Kehlkopf gewissermaffen im Schweben.

Daher erhitzt das Singen, weil die hohen Töne eine enge Stimmritze, folglich ein langsames Ausarh- men, und doch' viele Lust zur Stärke des Tones, folg­lich ein starkes Einathmen erfordern.

Daher trocknet das Singen die Luftröhre gar sehr wegen des schnellen Durchgangs der Lnst aus, und er­fordert vielen Schleim. - r

Dringt bei besonderer Spannung (Ueberspannung) des hinaufgezogenen Kehlkopfs die Discantstimme endlich