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Schilddrüse.

den zwei Mttskelpaare gegen den Schildknorpel angedrückt werde; da hingegen die Stimme verstärkt werde, wenn sie durch ihren Muskel erhoben wird, folglich weniger gegen den Schildknorpel drückt. Allein dann brauchte sie ja doch nicht so vieles Blut.

Man vermuthete, sie entbinde nebst der Thymus und den Nebennieren beim Kinde im Mutterleibe Warme. Allein einer solchen Entbindung von Warme bedarf ja das Kind im Mutterleibe am wenigsten; und sie bleibt ja auch im Erwachsenen noch immer ein sehr ansehnlicher Theil, der mit dem WachSthume des Körpers zunimmt, und nicht, wie die Thymus, schwindet. Auch ist ihre Structur doch gar zu auffallend von der Structur der Thymus und der Nebennieren verschieden.

Man vermuthete, daß sie im ungebornen Kinde die von der Mutter empfangenen nährenden Theile besser bearbeite, und seiner Natur ähnlicher mache, folglich zur Ernährung beitrage, auch nach der Geburt noch den Chyluö verbessere , und ihn in Lymphe verwandele.

Man hielt sie für einen Aufenthaltsort des über­flüssigen Chyluö.

Man vermuthete, daß das Blut, welches sie er­halt, in ihr eine gewisse Veränderung erleide.

Endlich vermuthete man gar, sie seye eine zusam­mengeballte Drüse,-aber dem Menschen eben so un­nütz f als z. B. eine netzförmige Klappe der Hohlvene, oder die Thymus, oder die Nebennieren, oder das Analogon vom Urachus der Thiere, hingegen in Thie- ren könnte sie vielleicht, so wie der Urachus, irgend w nen vorzüglichen Nutzen haben,