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Wäre der weibliche Bauchring nicht kleiner, enger und zugleich anders beschaffen, als der männ­liche, so würden durch die Weiberröcke eben so gut, wo nicht noch weit öfter, als durch die Hosen mit hohen fest umschließenden Gurten, Brüche ent­stehen, weil die Last der Röcke, die bei unsern Baurenmädchen oft nicht gering ist, die unter jener Furche befindliche Bauchgegend mit den Eingewei­den herunter zieht, gleichfam herabstreifend spannt; und doch entstehen, meiner festen Ueberzeugung nach, noch immer oft genug durch die Röcke beim weiblichen Geschlechte Nabel-Leisten - und Schenke'brüche.

Ich, für mein Theil, war wenigstens noch nie im Stande, solche Brüche beim weiblichen Ge­schlechte auch durch die besten Bruchbänder so leicht zurück zu halten, als wenn ich mit den Weiberrök- ken eine abgeänderte Einrichtung treffen ließ.

Wurde hingegen die Kleidung mit Brüchen be- * hafteter Mädchen und Frauen so eingerichtet, daß Leibchen und eigentlicher Rock nur Ein Stück aus­machten, oder daß sie nach Art der Kinderwämmst- chen, oder langen Kinderkleider, oder der jeztmo- digen sogenannten Chemisen von den Schultern Hinabhängen, so ward mir die sichere Zurückhaltung eines Bruchs ohne alles Verhältniß viel leichter.

Ich bin überzeugt, daß die jezt täglich mehr Mode werdenden Chemisen, die über kurz oder