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getragen, die ich nicht umhin kann, hier zur-Bestatt tigung meiner Gedanken einzurücken.

' »Bekanntlich, sagt er, pflegen Ammen oder »Eltern dem neugebohrnen Kinde kürzere oder längere »Zeit, um das Entstehen eines Nabelbruchs zu verr » hüten, eine Nabelbinde um den Leib zu legen. Viele »glauben, ihre Pflicht gewissenhaft erfüllt und dies »Geschäft am vollkommensten besorgt zu haben, »wenn sie diese Binde täglich recht fest um den Leib »des Kindes legen, weil sie. nicht wissen, daß, hu »dem sie dem Entstehen eines Nabelbruchs entgegen »arbeiten, sie dem Kinde einen Leistenbruch zuziehen. »Dieß geschiehet, wie die tägliche Erfahrung lehret, »bei zarten Kindern um desto leichter und schneller, »weil sie öfters lange und heftig schreien, und der »Bauchring, wegen dem vor kurzer Zeit erfolgten »Durchgang der Hoden zu schwach ist, und keinen »Widerstand leistet. Ich bin überzeugt, daß die »mehrsten Brüche bei Kindern in diesem Alter durch »dieses Mißverständniß und diese übelangebrachte

»Kunst entstehen.-Im Ganzen muß man sich.

»wundern, daß die Ammen und Mütter den Na- »belbruch, der doch so selten ist, so sehr fürchten, »und den Leistenbruch der Kinder, der ungleich öfter »rer sich zeigt, so nachläßig behandeln. Bei allen »vierfüßigen Thieren hätten sie doch die Betrachtung »anstellen können, daß diese keine Nabelbinde nach