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Wer Gelegenheit hat, unserm Landmanne in die Häuser und Hütten seines Dorfes zu folgen, und die jezt bei ihm gewöhnliche Behandlung seines neugebohrnen Kindes gehörig zu beobachten, und sie mit derjenigen, die sonst gewöhnlich war, ver­gleichen will, wird folgende Verschiedenheit, zwi­schen jezt und sonst , in dieser Hinsicht finden.

Jezt da durch die väterliche Vorsorge der Lan­desregierungen , fast überall, selbst auf den kleinsten Dörfchen in Deutschland, sich in Entbindungsinstitu­ten doch einigermaßen unterrichtete Hebammen befin­den, welche sämmtlich wenigstens so weit gebracht worden, daß sie vollkommen, sowohl durch Beleh­rung, als durch eigene Augen in den praktischen An­stalten sich überzeugten, daß das Einwickeln der Kinder in Windeln unnöthig und nachtheilig sey, begehen sie, aus eben so gutgemeynter, aber un- , nöthiger und wahrlich nur Nachtheile nach sich zie­hender Sorgsamkeit, einen andern Fehler, nämlich, sie lassen die sogenannte Nabelbinde, nach langst abgefallenem Reste der unterbundenen Nabelschnur, und völlig gebildeter Narbe, Wochen, ja Monate lang, um den Unterleib so fest liegen, daß der Säug­ling, mit allem seinem Krümmen, Winden, und Dagegenstreuben die Nabelbinde dennoch nicht zu verschieben, geschweige zu lüften, oder gar loß zu machen vermag.