II

sowohl in als ausser Deutschland, ein wohlthäti­ges Licht über diese häufigen Gebrechen verbrei­tete, und die unter Umständen leichte und sogar un­fehlbare Abhelfung derselben lehrte, ist man nicht mehr so geheim damit, weßhalb, so viel ich zu beur­theilen vermag, jezt ohn alles Verhältniß wenigere als Opfer einer unzeitigen, übelverstandenen Schaam- hafrigkeit, nach einem qualvollen Leben von einem frühzeitigen Tode dahin gerafft werden.

Ganz gehoben, ist leider dieses Vorurtheil frei­lich noch nicht, denn nur zu oft, besorgte ich Kranke, die aus dieser Ursache sich in Lebensgefahr stürzten.

Das nämliche bemerktH.Weissenborn,ver­muthlich von seiner Gegend, die mehrsten Men­schen, sagt er, rechnen sich diesen körperlichen Feh­ler zur Schande, halten ihn sehr geheim, und ent­decken ihn nicht ehr dem Arzt, bis ihr Leben schon in Gefahr steht, oder gar alle Hülfsmittel nichts mehr fruchten können.

Wenn man also auch die jezt öfter und leichter als sonst bekannt werdenden Falle, die aus dieser Ursache die Listen der mit Brüchen Behafteten ver­größern, abrechnet, so scheint dennoch der Saß richtig: daß Brüche bei der Jugend in den Dörfern jezt viel gemeiner sind als sonst.