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meen, jezt eine weit größere Anzahl junger Leute, von in diesem Fache nicht mehr uncrfahrnen GarnisonS- medicis Regiments-und Compagniechirurgcn, in den Dörfern regelmäßig untersucht wird; (welches we- nigstenS sonst nicht so ordnungsmäßig geschahe) daß folglich auch aus dieser Ursache, sich jezt bey der Jugend in den Dörfern, viel gemeiner als sonst Brüche in den Enrollirungslisten, und Rapporten ergeben müsien: allein wenn man auch hiesür eine ziemliche Anzahl von Fallen abrechnet, so scheint dennoch der Saß richtig, daß Brüche jezt bey der Jugend in den Dörfern viel gemeiner sind als sonst.

Ich erinnere mich endlich sehr wohl, daß man vor dreyßig Jahren, über so genannte Leibschaden oder Brüche, sehr verschieden dachte, daß man äußerst heimlich damit that, und lieber die peinlich­sten Gefühle geduldig litt, und selbst dem angstvoll­sten Tode sich überließ, als daß man über Gebre­chen an Theilen, die die Sittlichkeit zu verhüllen befiehlt, sich selbst bei dem vertrautesten Arzt beklagt hatte. Alan hielt sie für ein unheilbares Uebel, und achtete sie für ein nicht abzuänderndes Unglück, das einer ganzen Familie zur Unehre gereichen könnte, sobald es bekannt würde. Folglich blieben sonst eine Menge Brüche unbekannt.

Seitdem aber.H. H. Richters gemeinnützi­ges verdienstvolles Werk VVN den Brüchen,