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sonst; folglich können auch hier offenbar nur die am öftersten, gemeinsten, gewöhnlichsten vorkommen­den Brüche gemeynt seyn, und dieses sind unwider- sprechlich ausser den Nabelbrüchen vorzüglich die Leistenbrüche, schon seltner, beym männlichen Ge­schlechte wenigstens, die Schenkelbrüche.

Um jo weniger besorge ich aber in dieser Aus­legung und Annahme des Worts Brüche zu irren, als der zweite Theil der Preißaufgabe ausdrücklich verlangt, daß man nicht bloße Verhütung, sondern die sicherste Verhütung dieser Brüche angeben solle.

Da folglich der eigentliche wahre Sinn der ganzen Aufgabe nicht eitle theoretisch-pathologische Grübeley, sondern praktische Brauchbarkeit bezweckt, und von der Beantwortung fordert, so ist auch nicht zu vermuthen, daß hier Brüche von allen Gattungen gemeynt seyn sollten.

Es ist ja schlechterdings unmöglich, Hirnbrü- che, die meist angebohren sind, Brüche an der Brusthöhle, oder die Lungenbrüche, die, wenn sie nicht angebohren sind, meist nur durch zufällige, unvermeidliche Gewaltthätigkeiten entstehen, zu ver­hüten. Magenbrüche, Bauchbrüche, Rücken- brüche, Mutterscheidenbrüche, Blasenbrüche, Brüche des eyförmigen Lochs sind ebenfalls zu selten, als daß sie hier gemeynt seyn könnten. Wenigstens ist mirs nicht bekannt, daß man ver-

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