Erstes Kapitel.
Warum sind jezt die Brüche bei der Jugend in den Dörfern viel gemeiner, als sonst?
(^he ich an die Ausmittelung, Festsetzung und Bestimmung der Ursachen komme, welche machen, daß jezt Brüche bei der Jugend in den Dörfern viel gemeiner sind, als sonst, scheint es fast nothwendig, einige den Satz selbst im Allgemeinen betreffende Anmerkungen vorauszuschicken.
Erstens, vermuthe ich nicht zu irren, wenn ich hier unter dem allgemeinen Ausdruck Brüche , zufolge des unter Wundärzten gewöhnlichen Sprachgebrauchs, ausser den sogenannten Nabelbrüchen, vorzüglich nur Brüche in der tiefsten Gegend des Unterleibes, oder des Bauches, in den Weichen oder in der Flame, nämlich insbesondere die sogenannten Leistenbrüche oder Hodensackbrüche (Hernia« inguinales scrotales) und Schenkelbrüche (Hernias crurales) verstehe. Wenigstens, im gemeinen Leben, versteht man unter den Ausdrücken, die Person hat einen Bruch; der Mensch ist gebrochen, gewöhnlich den Leistenbruch.
Ich glaube in dieser Einschränkung des Worts Brüche nicht zu irren, oder den wahren Sinn der Frage zu verfehlen, als ausdrücklich von solchen prädicirt wird, daß sie jetzt gemeiner seyen, als