Dicker Darm.

356

des Magens und des Dünnen Darms, sondern den Speisen geht hauptsächlich noch die Beimischung des Speichels, des Magensafts, der Galle, des pancreati- schen Saftes und des Därmesafts ab, die-man, bis jetzt wenigstens, nicht füglich durch Beimischung ähnli­cher, oder künstlich bereiterer Säfte zn ersetzen vermochte.

Ohngeachter sich schon im Dünnen Darme Blähun­gen entwickeln, so entwickeln und sammlen sie sich doch vorzüglich im Dicken Darme, der dadurch auch stärker ausgedehnt wird, folglich auch in den gesundesten Lei­chen gewöhnlich aufgebläht erscheint.

Die zu Unrath werdende, oder zu Unrath gewor­dene Speise wird im Dicken Darme durch eine ähnliche wurmförmige Bewegung desselben, wie im Dünnen Darme weiter geschafft.

Daß hiezu die alternirende Pressung des Zwerch­muskels und der Bauchmuskeln wohl etwas beitragen, aber doch nicht ohne dte eigene Lebenskraft des Dicken Darms hinreichen, lehren theils die Beobachtung an sich selbst, wo man mit aller Anstrengung, so lange der von unserm Willen unabhängige Darm sich nicht selbst zusammenzreht, die Ausleerung zu verrichten nicht vermag; theils die Beobachtung dieses nach einer Ver­wundung heraushängenden Dicken Darms; theils die Beobachtung an lebendigen Thieren, wo man nach geöffneter Bauchhöhle sich den Dicken Darm blos durch seine eigene wurmförmige Bewegung ausleeren sieht.

Diese sogenannte Reizbarkeit behält der Dicke Darm »och eine Zeitlang nach dem Tode, selbst noch eine Zeirlang, nachdem er schon kalt geworden.