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beharrliche Anordnung der Theile, keine Materie sich zum unmittelbaren Seelenorgan schickt, jene schöne Entdeckung ihr Ziel noch nicht erreiche.

Flüssig ist eine stetige Materie, deren jeder Theil innerhalb dem Raum, den diese einnimmt, durch die kleinste Kraft ans ihrer Stelle bewegt werden kann. Diese Eigenschaft scheint aber dem Begriff einer organisirteu Materie zu widersprechen, welche man sich als Maschine, mithin als starre *), dem Verrücken ihrer Theile (mithin auch der Aen- derung ihrer inneren Configuration) mit einer gewissen Kraft widerste­hende Materie denkt; sich aber jenes Wasser zum Theil flüssig, zum Theil starr, denken (wie etwa die Crystallftuchtigkeit im Auge).'würde die Absicht, warum man jene Beschaffenheit des unmittelbaren Sinnorgans annimmt, um die Function desselben zu erklären, auch zum Theil zer­nichten.

Wie wäre es, wenn ich statt der mechanischen, auf Nebenein- anderstellung der Theile zu Bildung einer gewissen Gestalt beruhenden, eine dynamische Organisation vorschlüge, welche auf chemischen (so wie jene auf mathematischen) Principien beruhet, und so mit der Flüssig­keit jenes Stoffs zusammen bestehen kann? So wie die mathe­matische Theilung eines Raumes und der ihn einnehmenden Materie (z. B. der Gehirnhöhle und deö sie erfüllenden Wassers) ins Unendliche geht, so mag es auch mit der chemischen als dynamischen Theilung (Scheidung verschiedener in einer Materie wechselseitig von einander aufgelöseter Arten) beschaffen seyn, daß sie, so viel wir wissen, gleichfalls ins unendliche (in indeflnitum) geht. Das reine, bis vor Kurzem noch für chemisches Element gehaltene, gemeine Wasser wird jetzt durch

*) DemFlüssigen (fluidum) muß eigentlich das Starre (rigidum), wie es auch Euler im Gegensatz mit dem ersteren braucht, entgegengesetzt werden. Dem So, l i d e n ist das Hohle eutgegenzu setzen.