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ren von den auf dasselbe geschehenen Eindrücken nachher, unter dem Na­men der materiellen Ideen (des Cartes), die Gedanken nach Vsso- ciationsgeseßen begleiten zu lassen: die, ob sie gleich sehr willkürlich^Hy­pothesen sind, doch wenigstens keinen SeelensiH nothwendig machen und die physiologische Aufgabe nicht mit der Metaphysik bemengen. Wir haben es also nur mit der Materie zu thun, welche die Vereinigung aller Sinnen-Vorstellungen im Gemüth *) möglich macht. Die einzige aber die sich dazu (als Sensorium commune) gualistcirt, ist, nach der durch Ihre tiefe Zergliederungskunde gemachten Entdeckung, in der Gehirnhöhle enthalten, und bloß Wasser: als das unmittelbare Seelenorgan, welches die daselbst sich endigenden Nervenbündel einerseits von einander sondert, damit sich die Empfindungen durch dieselben nicht vermischen, anderseits eine durchgängige Gemeinschaft unter einander bewirkt, damit nicht einige, ob zwar von demselben Gemüth empfangen, doch außer dem Gemüth wären (welches ein Widerspruch ist).

Nun tritt aber die große Bedenklichkeit ein: daß da das Wasser, als Flüssigkeit, nicht füglich als organisirt gedacht werden kann, gleich­wohl aber ohne Organisation, d. i. ohne zweckmäßige und in ihrer Form

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*) Unter Gemüth versteht man nur das die gegebenen Vorstellungen zusammen, setzende und die Einheit der empirischenAppereeption bewirkende V ermögen (animus), noch nicht die Substanz (anima), nach ihrer von der Materie ganz unterschiedenen Na, tur, von der man alsdann abstrahirt; wodurch das gewonnen wird, daß wie in Ansehung des denkenden Subjekts nicht in die Metaphysik überschreiten dürfen, als die es mit dem reinen Vewußtseyn und der Einheit desselben a priori in der Zusammensetzung gegebener Vorstellungen (mit dem Verstände) zu thun hat, sondern mit der Einbildungskraft, deren Anschauungen (auch ohne Gegenwart ihres Gegenstandes), als empirischer Vorstellun, gen, Eindrücke im Gehirn (eigentlich habitus der Reproduction) correspondirend und zu einem Ganzen der inneren Selbstanschauung gehörend, angenommen werden können.

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