pnevmatische Versuche tu zwey verschiedene Luftarten geschieden. Jede dieser Luftarten hat, ausser ihrer Basis, noch den Wärmestoff in sich, dersich vielleicht wiederum von der Natur in Lichtstoff und andere Ma- terie zersetzen läßt, so wie ferner das Licht in verschiedene Farben, u. s. w. Nimmt man noch dazu, was das Gewächsreich aus jenem gemeinen Wasser für eine unermeßliche Mannichfaltigkeit von zum Theil flüchtigen Stoffen, vermuthlich durch Zersetzung und andere Art der Verbindung, hervorzubringen weiß: so kann man sich vorstellen, welche Mannichfal- tigkeit von Werkzeugen die Nerven an ihren Enden in dem Gehirnwasser (das vielleicht nichts mehr als gemeines Wasser seyn mag) vor sich finden, um dadurch für die Sinnenwelt empfänglich und wechselseitig, wiederum auch aus sie wirksam zu seyn.
Wenn man nun als Hypothese annimmt: daß dem Gemüth im empirischen Denken, d. i. im Auflösen und Zusammensetzen gegebener Sinnenvorstellungen, ein Vermögen der Nerven untergelegt sey, nach ihrer Verschiedenheit das Wasser der Gehirnhöhle in jene Urstoffe zu zersetzen, und so, durch Entbindung des einen oder des andern derselben, verschiedene Empfindungen spielen zu lassen (z. B. die des Lichts, vermittelst des gereizten Sehenervens, oder des Schalls, durch den Hörnerven, u. s. w.), so doch, daß diese Stoffe, nach aufhörendem Reiz, so fort wiederum zusammenflössen; so könnte man sagen, dieses Wasser werde continuirlich organisirt, ohne doch jemals organisirt zu seyn: wodurch dann doch eben dasselbe erreicht wird, was man mit der beharrlichen Organisation beabsichtigte, nämlich die collective Einheit aller Sin'nen- vorstellungen in einem gemeinsamen Organ (sensoriuin commune), aber nur nach seiner chemischen Zergliederung begreiflich zu machen.
Aber die eigentliche Aufgabe, wie sie nach Haller'» vorgestellt wird, ist hiemit doch nicht aufgelöst; sie ist nicht bloß physiologisch,