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«hältnisse der Oberfläche des Liquiden vergrößert, und gleichförmig auf dieselbe vertheilt, allenthalben wirklich sich äußerte eee).

2)Da man die liquide Materie der Gehirnhöhlen nicht als ein­fach, sondern physiologisch wenigstens doch noch als organisirt anneh- men muß (aber organisch flüssig, nicht zähe): so kommt die Grundei- genschaft deö Liquiden noch in Betrachtung, nach welcher jede noch so kleine Kraft Bewegung in derselben hervorzubringen im Stande ist ein Gesichtspunkt, welcher bisher in der Physik nicht genommen wor­den ist, so fruchtbar er auch war. Das Flüssige verhält sich gegm Bewegung anfangs gerade wie ein leerer Raum. Wenn also in der liqui- den Materie des Gehirns auf irgend eine Weise die Organisation desselben oder in demselben modificirt wird, welches dann nicht anders als durch und mit Bewegung gedenkbar ist: so ist diese völlig ungehindert, bis das Liquide selbst in Bewegung geräth; und wenn diese Modification

eee) D'Alembert hat diesen Satz zu erst gehörig erkannt, und als erstes Prineip der Hydrostatik aufgestellt in seinem Traite de lEquilibre et duMou- rement des Fluides. Paris 1744* wo er den Satz so ausdyückt:Si un vase de figure quelconque est entierement rempli par un Üuide, et qu ayant fait ä ce vase un petit trou, lon presse en cet endroit surface du fluide, la pression se repandra egalement et en tout sens et dantz toutes les par- ties du Fluide, de maniere que tous les points du vaSe seront presses suivant des lignes perpendiculaires ä la surface avec une force egale (ä celle, avec laquelle on presse effectivement).

D'Alembert betrachtet dieses als ein Erfahrungsprkncip. Auch hat Euler dasselbe in seiner ersten Abhandlung über die Hydrodynamik angenommen, nämlich in seinen Principes generaux de lEtat d Equilibre des Fluides in den Me- moirs de lAcademie royale des Sciences et belles Lettres de Berlin. Annee * 755 ; aber bestimmter auögedrückt, da er diese Materie wieder vornahm in den Commentariis Academiae Seientiarum Petropolitanae, Tomo XIII. De Statu Aequilibrii fluidorum, wo er es so ausdrückt:Si Fluidum a vi quacunque pressum in aequilibrio versetur, tune pressio per totam fluidi inassam ita aequaliter diffuuditur, ut 0uuae$ ejus particulae parem vim sustineant,