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An den Sehenerven wenigstens glaube ich, etwas dergleichen deut- lich bemerkt zu haben; wie man im 95-sten Paragraphe meiner Hirn- und Nervenlehre finden kann.

§. 65.

Wer mir hier die sophistische Einwendung machen wollte:

Daß ich Ursache vielleicht für Wirkung ansehe; £t den würde jch bitten, mir gründlich a priori nicht historisch nrcht ana­logisch zu erklären:

Warum und Wie ein geübter Muskel dicker magis exstans et valens: ein ungeübter hingegen dünner magis subsidens et debilis wird: " ?

Warum und Wie die Hirnendigung eines SehenervenS ver- schrumpftgraudurchsichtig und fast knorpelig hart wird; ja selbst der Sehenervenhügel im Hirne sich auffallend verkleinert, sobald der Augapfel verdirbt?"

§. 66 .

Mein Freund Tralles zu Bern mit dem ich über meine Idee sprach, erlaubt mir, sein Urtheil darüber bekannt zu machen. Seine Worte sind:

Ihre Entdeckung der Nervenvereinigung hat mir auch deswegen sehr viel Vergnügen gemacht, weil mir die Art: Wie die körperliche Natur hier, gleichsam im Endpunkte ihrer Wirksamkeit, sich noch ver­galt, ich möchte sagen: ungemein physisch dünkt. Freylich versteht es sich von selbst, daß die Naturwirkungen stets denen Gesetzen getreu seyn müssen, nach welchen sie einzig erfolgen können. Daß sie also konsequent sind, ist kein Wunder, obwohl es nicht sehr selten ein solches