56

näher bestimmen. Man sah nämlich Menschen von wenigen Gei­steskräften -nach einer beträchtlichen Verwundung des SchedelS, so lange die Wunde offen blieb, mehr Genie als vorhin zeigen, aber auch mit dem Schließen der Wunde allmählich wieder verlieren. Ohne Zweifel wurden die durch den ganz geschlossenen Schedel zu sehr eingeschränkten Hirnhöhlen etwas freier; folglich auch die in ihnen enthaltene Feuchtig­keit zu ihren Wirkungen dadurch freier; welche Freiheit durch die mit der Schließung der Wunde zurückkehrende Einschränkung aber auch wieder sich verlor.

§. 50.

I. R. Salrzmann rnm), ein zu seiner Zeit geschickter, scharfsin­niger Zergliederer, wollte in einer epileptischen Frau die Feuchtigkeit in den Hirnhöhlen vermißt haben, welches ich doch nicht ganz eigentlich nehmen, sondern bloß so auslegen möchte: Daß er nur etwas weniger, als gewöhnlich, davon ankraf; welcher Mangel alsdann Ursache der Fall­sucht seyn konnte.

Das Gegentheil hievon, nämlich: mehr als gewöhnlich Wasser in den Hirnhöhlen epileptischer Personen fanden Metzger nn) und I. D. Brandts 00).

Ist irgend" sagt Greding pp)ein Theil bei der Me­lancholie, Raserei, Blödsinn, Fallsucht, mehreren und größer» Verän­dern-

mm) Observata anatornica. Amstelodami 1669. Pag. 49. nn) Historia Sectionis anatomicae feminae maniaco epilepticae; in Exercitationibus anatomicis. Regiomonti 1792. Pag. 95.

00) Von der Lebenskraft. Hannover 1795. Seite 124. pp) Sammrliche Medieinifche Schriften. Erster Theil. Greiz 1790. Seite - 97 .