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Je vielseitiger sich die Empfänglichkeit ausbildet; fe beweglicher dieselbe ist, und je mehr Fläche siö den Erscheinungen darbietet; desto mehr Welt ergreift der Mensch, desto mehr Anlagen entwickelt er in sich. Je mehr Kraft und Tiefe die Persönlichkeit, je mehr Freiheit die Vernunft gewinnt; desto mehr Welt begreift der Mensch, desto mehr Form schafft er außer sich ee).

§. 45 »

Auch die vergleichende Anatomie, so weit ich sie in Rücksicht des Hirnes kenne, harmonirt durchaus mit meiner Äermuthung.

Ich kenne kein Thier, welches nur einigermaßen, ich will nicht sagen: so geräumige, sondern selbst so geformte Hirnhöhlen, als der Mensch, hätte.

Selbst bei allen Affenarten sind sie sehr auffallend von den mensch­lichen Hirnhöhlen verschieden.

Durchaus find sie bei allen Saugthieren, deren Hirne ich selbst zergliederte, kleiner als beim Menschen.

Noch kleiner sind sie bei Vögeln.

Bei Fischen am kleinsten.

? Bei Insekten, deren Hirn bloß aus ein Paar Knötchen besteht, fehlen sie ganz, wie es scheint; z. B. bei der von Lyon et zerglieder­ten Raupe; beim Krebse,dessen Hirn ScarpaM so schön abbildet.

Dieses bestätiget auch unter andern aus eigener Erfahrung Hal­ler^), der ausdrücklich schreibt:

ee) Horen. Zweites Stück. Seite 72 . ff) Disquisxdones anatomicae.

gg) De Corporis humani Fabiica. Tomo VIII, §. if.