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berühren, nnd wechselseitig von dieser Feuchtigkeit berührt werden; oder, daß hier eine Wechselberührung zwischen den HirnenLen des Hör- nervenpaares und der Flüssigkeit der Vierten Hirnhöhle Statt findet.
Schon 1778 schrieb ich in meiner Inauguraldissertation 1 ): „Ve- „rum estj Origines Nervi auditorii Ventriculorum undis allui.“
Folglich da dieses die wahren letzten Hirnendigungen des Hörner« venpaareS find, die mit der Flüssigkeit der Hirnhöhlen in Berührung stehen; so laßt sich auch nichts anders denken, als: Daß die mittelst der Hörorgane im Hörnerven erfolgenden — erregten — oder bewirkten Bewegungen, falls sie weiter als diese soliden Endigungen fortgepflanzt werden oder sich erstrecken, sich der Flüssigkeit in der Vierten Hirnhöhle mittheilen, oder in selbige übergehen müssen.
Ist dieses richtig; so wäre eS somit auch von den feinen zarten Empfindungen des Gehörs wahrscheinlich, wo nicht erwiesen: Daß sie jenseit der Hirnendigungen des HörnervenpaareS das ist: in der Flüssigkeit der -Hirnhöhlen— entstehen.
Entstehen aber hier — in dieser Flüssigkeit der Hirnhöhlen — die Empfindungen des GehörS: so MUß auch ihr 8ensoriiinr commune (gemeinschaftlicher Empfindungsort) sich hier finden.
Wer mir einwenden wollte, daß diese Fäden, die sich in der Vierten Hirnhöhle zeigen, etwa zu zart — zu fein — wären, um als hinreichende Hirnendigungen des HörnervenpaareS zu gelten, den würde ich ersuchen, meine Bemerkung über das Conischwerden der Nerven in meiner Nervenlehre §. 144. einiger Aufmerksamkeit zu würdigen; und mir einsweilen zu erlauben, von dem dort angeführten Satze:— „Die „Spitze des Kegels eines Nervenfadens ist im Hirne, die
I) Os Oiigmibus Nervorum. Göttingae 1778- 4 - c - figuris.