einer glücklichen Kur durch die allzuhäufige Erzeugung des Callus getäuscht. Dieses ist zwar eben kein gewöhnliches Er, etgniß; doch wird jeder Wundarzt Falle dieser Art gesehen haben. Bei Brüchen, welche mit heftiger Entzündung ver, knüpft sind, kommt diese Erscheinung am häufigsten vor, und hier ist, so weit meine Erfahrung reicht, örtliche Blutaus, leerung jedem andern Mittel vorzuziehen. Zuweilen ist je, doch die Anlage zur Erzeugung des Eallus so mächtig, daß man kaum vermögend ist, ihrEinhalt zu thun. Man glaubt, daß der Gebrauch des Weingeists und andrer zusammenzie, hender Mittel in solchen Fallen nützlich sey; auch habe ich zuweilen einen gelinden Druck nützlich befunden, welchen man am bequemsten vermittelst einer dünnen Bleyplatte, die gen«u an den Theil angepaßt und mit einer Binde befestigt wird, anbringen kann. Allein weder dieses noch irgend ein anderes Mittel wird in jedem Falle helfen: und da die Pa, tiemen nirgends so sehr in Verlegenheit sind, als wenn sie sich bei einem Beinbruch in ihrer Hoffnung, völlig und ohne üble Folgen geheilt zu werden, getäuscht sehen, so thut man allemal am besten, wenn man, sobald als sich der Callus in übermäßiger Menge erzeugt, den Patienten warnt, sich auf jeden Fall gefaßt zu machen. Hat man dieses gethan, so kann er hinterdrein, wenn ungeachtet der möglichsten Sorg, falt nicht alles nach seinem Wunsche geht, dem Wundarzte vernünftiger Weise keinen Vorwurf deswegen machen."

Er scheint hier fast, Heister'n copirt zu haben, der nicht nur des Weingeifts und der Bleiplatte gedenkt, sondern ebenfalls dem Wundarzte den Rath giebt, sich im voraus bei dem Kranken -u rechtfertigen.