„Mit Einem Worte, diese Lehre von dem Beinnarben „(Callus), nach welcher man einen. besonder» Saft dazu an/ „nimmt, und glaubt, derselbe sey eines großen Ueberflusses „fähig, -wenn ihm durch die Kunst nicht Einhalt gethan „werde, hat nicht allein viele Leute irre geführt, sondern ist „auch eben so oft gebraucht worden, um die Schande der „Unwissenheit und Nachlässigkeit damit zu bedecken. Wenn „Lähmung oder Ungestaltheit die Folgen einer oder beider die/ „ser Ursachen gewesen sind, mehr als die Natur und die Um/ „stände des Knochenbruchs entschuldigen konnten, so hat der „Beinnarbensaft (Callus) an allem Schuld seyn müssen; und „der eingebildete Ueberfluß dieses Kitts hat für eine Entfchul/ „digung eines wirklichen Mangels an Kenntniß und einer „groben Nachlässigkeit gelten müssen ^
Ich gehe freilich weiter, als Herr Pott, Indem ich alle Wucherung des Callus für bloße Einbildung erkläre. Mer ich habe dafür auch folgende Gründe.
i) Bet jeder Heilung eines zerbrochenen Knochens ist die Natur' von einer Wucherung des Callus so weit entfernt, daß sie im Gegentheile- allemal ohne Ausnahme etwas von den Knochenenden hinwegnimmt, indem sie diese Knochenen/ den erweicht und abrundet. Da ich meinen Lesern nicht die Originale meiner Sammlung vorlegen kann, so muß ich mich auf die der Natur vollkommen getreuen Abbildungen bei Bonn, als auf Beispiele sowohl von breiten als langen Kno/ chen, berufen.
Tab. I. Fl'g. 2. Tab. II. Fig. i und r. zeigt dies offenbar am Scheitelbeiv.
w ) Ebendaselbst. Seite 83 . -