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9) Man sieht auch hier, daß, wie ich schon anderwärts i) gelehrt habe, bei jedem Bruche eines Knochens die scharfen, schneidenden Ränder erweicht, durch Wegsaugung abgerundet, und durch neu erzeugte wenigsimögliche Masse wieder verei, mgt werden. — Wer wäre wohl bei einmal so bleibender Lage der Knochenbruchstücke im Stande, durch weniger Masse, als man hier sieht, dieselben wieder zu befestigen, und dem Rückgrathe Festigkeit zu geben?
' 10) Man sieht aus dioftm äußerst- lehrreichen Fa ll e , daß
die Knochen, vom Hirn und Rückenmark unabhängig, gleichsam ihr besonderes Leben haben, und durch eine eigene, vom Hirn unabhängige Kraft geheilt werden. — Die Nerven waren zerrissen; und dennoch erzeugte sich der Callus.
n) Man sieht, daß nicht, wie einige angesehene Männer, z. B. auch Herr Calli sen k ), glauben, der Callus ein Saft ist, der aus den gebrochenen Knochenenden träufelt, und dadurch die Zusammenleimung verrichtet. Bei Fig. I. nro. 4. war kein gebrochener Knochen, und doch erzeugte sich Callus.
12 ) Man sieht, daß gebrochene Knochenenden selbst zu- fammenheilen, wenn sie sich auch nicht berühren ; so klebt hier der letzte Rückenwirbel (bei 9. 9. Fig. II. III. IV.-) mit dem zweiten Lendenwirbel zusammen; so der Dornfortsatz des letzten Rückenwirbels mit dem schrägen Fortsätze des ersten Lendenwirbels.
Von Brüchen der Knochen ans inneren Ursachen, derglei-
») Siehe mein Compendium: Vom Baue des menschlichen Körpers.
Knochenlehre. §. 48.
JO Softem der Neueren Wundarineykunst. Kopenhagen, 1788 . §.1228*
Sitte 785 .