Knochen sind wir die eben so genauen als gründlichen Belehrungen über diese bis zum Jahre igog wenig gekannten Versteinerungen schuldig. ■
Diese Ueberbleibsel wahrer Krokodile nämlich finden sich in den bläulich grauen , harten, kalkigen Mergelbänken, längst den beyden Ufern der Seine-Mündung, und gehören überhaupt, so wie die Knochen der Thüringschen Eidechsen zu viel älteren Schichten der Erdrinde, als diejenigen, welche selbst die ältesten Reste oder Ueberbleibsel yon Säugthieren enthalten.
Aufser mehreren Wirbelbeinen und einem Theile des Oberkiefers bildet Hr. Cu vier das bedeutendste unter seinen Stücken, nämlich einen fast bis auf die Gelenkflächen ziemlich vollständig erhaltenen Unterkiefer, in ein paar Figuren treffendst ab 9 °).
Seinem durch die sorgfältigsten Vergleichungen begründetem Urtheile nach gehörten diese Knochen unstreitig einem Krokodile, nicht wie Bach eiet glaubte, einem Delphine oder Cachalot.
Doch um die zu meinem dermal!gen Zwecke dienlichen Hauptsachen möglichst kurz zusammen zu fassen, so geht aus Hrn. Cuvier’s trefflicher, mit Abbildungen erläuterter, Abhandlung offenbar hervor:
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Dafs sich in den genannten Mergelbänken, die Ueberbleibsel von zwey verschiedenen, gänzlich unbekannten 9I ) Krokodil-Arten befinden, und dafs sich zwar beyde Arten, doch die eine Art derselben, durch die Abplattung ihrer Kiefer 92 ), mehr als die andere Art (deren Unterkiefer er abbildet) dem Gavialen nähert. Dieses
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90) Annales du Museum, Tome XII» Planche II, Fig. i und 2» ^^
■ 91) Seite »K. ' fr.J.
9a) Seite 94 und 109.