z6 -

der gewöhnlich im Köpft, bisweilen aber blos der Therl, der im Rückgrathe angetroffen wird, bisweilen beide zugleich.

§

Man mag nün dieses annehmen öder nicht, so sieht matt dennoch aus diesen lehrreichen Katlen ein;

i) daß Nerven ohne Hirn wirklich yüstrren; folglich, daß die Nerven eines jeden Theiles Unabhängig vom Hirne gebildet werden.

^ 2) Daß die Hirnmasse, die gewöhnlich theils im Kopfe, cheils im Rückgrathe angettostm

Wird, zum Leben und Wachsen im Mmrerleibe nicht nöchwendig gehöre.

fi.

3) Daß selbst ein Kind ohne Hirn außer dem Schooße der Mutter das veränderte Leben füt sich nichtt nur anfangt, sondern auch alle Geschäfte desselben in dieser Lebensperiode verrichtet, fchreyt, saugt, u. s. w. wie man mehrere Beispiele hievon in den im r8. $> angegebenen Fällen Nachsehen kann; besonders in Richter's chirurgischerBibliorhek, wo das Kind dreißig Stunden lange lebte»

4) Daß folglich die Muskelbewegung offenbar nicht immer vom Hirne kommt, oder des Hirnes nothig hak; ohngeachret es eben so offenbar, wenn es da ist, seinen Einfluß auf die Muskeln äußert.

5) Daß Umgekehrt sich auch Hirnmasse ohne Nerven zeigt. Habe ich bey einer andern Gelegenheit in den Hessischen Beitragen im Vierten Stücke bewiesen; da indessen diese Schriften nicht in vielen Händen sich finden, so will ich hier das Merkwürdigste kurz mittheiten»

An einem Fecken, das zugleich mit andern, ebenfalls an den Köpfen verunstalteten, geworfen war, erhob sich auf der Linken Seite von der Gegend an, - wo man noch kaum eine Spur der Augenlieder sah, gegen den Obern Theil des Kopfes ein runder, mit etwas Flüssigem ange- füllter Sack, der zwar dünn war, aber sonst das völlige Ansehen der ^aUt hatte, womit es am ganzen Körper bedeckt war. Er hatte ohngefahr anderthalb Zolle im Durchmesser, enthielt ein blutiges Wasser, und feine Höhle stand auftder Linken Seite mit der Höhle fürs Hirn in Verbin­dung. Beide Augapfel fehlten gänzlich Mit allen ihren Theilen, weil für sie nicht einmal eine Höhle von Knochen vorhanden war. Die Augenlieder der Rechten Seite waren klein. Das Linke Obere hingegen war gegen den Sack zu hinauf gezerrt. Die Rechte Hirnhälfte war zur Seite ziemlich natürlich beschaffen. Die Geruchnerven fehlten.gänzlich; so auch die Sehnerven; und blos ein dünner Streifen über den Schenkeln des Großen Hirnes verrieth die Stelle, wo sie hatten seyn sollen. DaS Dritte, Vierte, Fünfte und. Sechste NerveNpaar hingegen hatten ziemlich ihre gewöhnliche Beschaffenheit. So fand ich auch nicht das Große Markige OKeerband oder deck Balken; auch keine Gestreiften Körper. Die Sehhügel hingegen waren wirklich , wiewohl kleiner, vorhanden» Die Vierhügel schienen natürlich.

6) Aus dieser Beobachtung sieht man ferner, daß es auch Hirne ohne Augen, so wie Augen ohne Hirn, giebt»

7) Die Hypothese also, daß die Nerven Ausführungskanäle des Hirnes vorstellen, widere

legt sich nach diesen Saßen, die ich so eben angeführt habe, von selbst ; weil hier Nerven ohne Hirn nicht nur wirklich vorhanden sind, sondern auch sogar wirkem ' . ;

Hieraus stützte ich mich, wenn ich schon in meiner Schrift übet den Neger §. 59. vorsichtig sagte:Ich glaube zwar nicht, daß die Nerven zum Hirne blos wie Ausführungsgänge emeui Ubscheiöungswerkzeuge oder einer Drüse gehören; sondern es scheint mir vielmehr, daß eine sehr geringe Hirnmasse zur gehörigen Verbindung mieden Nerven hinreiche; soweit nämlich Liest Verbindung zum Pflanzen- oder blos rhrerischen Leben erforderlich wird.

'rym-*** J/

g) Deshalb laugne ich aber gar Zieht den Einfluß des Hirnes auf die Nerven, wenn es

barst, so wie ich Flüsse ohne Seen, und Seen ohne Flüsse kenne; aber wenn Fluß und See.ver­bunden sind, natürlich eine wechselsweift Wirkung des Flusses auf die See, und der See auf den Fluß nicht läugne.

Die Nerven sind da , Um sich mit dem Hüne zu verbinden, und das Hirn, um sich mir den Nerven zu.Verbinden. Diese ohne jenes, und jenes ohne diese, machen ein unvollkomNmes Thier-, oder MenfchengefchöpfZus.

9) Da alschdAs Hirrr/Nicht zum Leben (als bloßes Löben öder Mgetiren) göhökt, so ist es wahrscheinlich den Seelenkrästen, dem Gedächtnisse, der Einbildungskraft, dem Denken , u. f. ft bestimmt- .

w) Dieft