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ic) Diese Beobachtungen sirmmen also vollkommenmtt meinem schon , bey verschiedenem Gelegenheiten geausserten Satze überein/ und bestattigen ihn aufs kräftigste; daß nämlich,die Geschöpfe,. wie sie über die zum bloö rhierischen Leben nothwendige Portion vom Hirne Mehreren oder geringem Ueberfluß haben, desto vorzüglichere oder geringere Anlagen zu Geisteskräften besitzen (b). '
' 11) Diest Misgeburken bestehen auch mit der von mrr , wenn ich nicht irre, gleichfalls
Mrst geäußerten, für die Heilkunst nicht unrichtigen, Vermuthung, daß , wenn man in verschiedenen Fallen die Zurückwirkung des Hirnes, die oft nach kleinen Verwundungen äusserer Theile st großen Tumult im Körper erregt , ohne Schaden der übrigen Einrichtung suspendiren oder paü- siren machen könnte, sich vielleicht selbst die Reproductionskrast starker beym Menschen zeigen würde. Denn wir finden, daß, wie die Hirnmasse im Kopfe oder langst dem Rücken an Größe zu den Nerven abnimmr, die Reproductionskrast sich starker äußert» Daher ist sie beym Menschen am schwächsten, ein wenig stärker bey Sättgthieren, noch stärker bey Amphibien, am stärksten bey Würmern, die fast kein Hirn mehr haben, und am allerstarksten bey Pflanzen, denen selbst die Nerven fehlen»
Deshalb scheinen sich noch am meisten tu Menschen und Thieren einigermaßen die Knochen, Las Fett, dep Zellstoff, die Oberhaut, die Haare und die Nagel zu ersehen, auf welche bekanntlich das Hirn kernen Einfluß, wegen der fehlenden Nerven, hat; schon nicht Zahne, da diese deutliche Nerven haben»
So wuchsen auch endlich diese MisgeburteN, sich aüsbilöenö, ungehindert fort, obgleich has ganze Hirn-, und in einem das ganze Rückenmark fehlte. Hingegen trägt das Hirn durch seine Zurückwirkung im vollkommenen Menschen, sogar nach kleinen Verletzungen, zuweilen selbst zum Verluste des Lebens bey; ja ! mach den Beobachtungen, und selbst nach diesen Misgeburteu zu unheilen, sollte man sagen , daß e§ .zuweilen lieber selbst beträchtliche Stücke seiner eigenen Substanz hergiebt, als einen kleinen Verlust in andern Theiten duldet» . ,
In allen von mir beschriebenen Doppelköpfen, auch selbst m VD Hoeveten^s Figuk 0 . 22») .ift das Rechte Kopfstück größer^ als das Linke, vermmhlich, weil bey Liesen das einfach
> (b) Sieh meine Schrift vom preger, zweite Ausgaöe,
vom §. 58. §. 63 — Desgleichen in der Ueberfttzung
von Msnro über das Nervensystem. Seite 19. — Ferner in meinen Noten zu Hallers Physiologie — und am umständlichsten in cheirren kdestitationihus de Encephalis Animaiimn, die unter der Presse sind- — endlich in Blume n b a eh s Inftitutiones Rhyliologiae h. 193. — gm vvr-
trefflichsten durch viele eigene, sorgfältige Beobachtungen bewiesen von Ed e ll in seinen Obfervatioiiibus ex anatome comparata. Trajefti ad Viadrum 1788. Mit sehr richtigen Zeichnungen. -
Dieses Resultat meiner Beobachtungen? das ich schon ,778. also vor dreizehn Jahren bekannt machte, ist, vhn- Zeachtet seiner Wichtigkeit, so viel mir bekannt ist, außer Bieg d'Azyr Und-Ebell, von Niemanden weiter geprüft worden, und hat das Schicksal gehabt, misver- -standen zu werden; wen die Philosophen in Unfern Tagen gewöhnlich der Anatomischen Kenntnifi, so wie fast der ganzen Naturgeschichte überhaupt, entbehren zu können glauben. Ohne ein Hirn, oder recht gute Zeichnungen Don Menschenhirnen vor sich tu haben, wird man mich schwerlich gstnz vollkommen fassen.
lieber ein Misverstandniß habe ich mich schon in der neuen Ausgabe meiner Schrift: über die Verschiedenheit des Negers vsm Europäer umständlich erklärt.
Ich lese ttt c den Monthly Review Appendix to the firft. Volume fuv 3 Jahr 1790. Seite 545. sorgendes bey Gelegenheit der Recension der Schrift vonH. Ebell.
,,l?bs rnoft important refult öf thefe experiments 3 ,is a confirmation of the fentiments of Söemmerring, the Tenuity of the Nervt cerebrales, cbmpare'd ivith 9: ,the fubßance of the brain is great er m the human race, „than in anij'otßer animal, and alfo that the larg'er thefe i,Nerves are in amnials > the fn&ller is the brain in U relative proportion. Dr. Ebkc l therefore corifiders it 3,as an axiom fully eftäblifhed“ that in artimals whofe Werves immediatelf iffuiflg f'rom the brain> are the lar- gelt, a greater portion of the eliicacy of the brain is abforbed d)r themj and on the eontrary, the fmaller
gebil-
tkefe Nerves the giisätfef afe the mehtal pöwers. Thtüs in maiij the Tenuity of whofe Nerves,, as they rife from the brain; prevehts theth from cohlunung much energy, the fuperabundance is referved for the nobler ■faculties of the,foul, and; conftitutes the fuperiority of our race? This argument is ingenious and flattering ; but we fear, thatitproves too much, at leaft it admits an exeeption, and we cannot help feeling ah anxiety, leaft the ape fajou fhould , according to this menfura- tion > be juft äs wife as our-felyes
— we muft refer for— fome etchings öf theÄuthor — to illuftrate bis hypothefis.
Wie kann man ein aus anatomischen Beobachtungen abgezogenes Resultat eine Hypothese nennen? Dieses Resultat muß so lauge als Wahrheit gelten, bis einer uns ern Tlsierchch vorlegt, das verhairnißmafilg zu seiner Masse kleinere Nerven zeigt, als das menschliche. Auf keine andere Art kann das Resultat widerlegt werden. Aber ich wenigstens kenne kein Thier, von dem ich auch nur diese Vermuthung hatte. In dreizehn Jahren hatte man doch ein Mier ausfinden können, das dagegen stritte t wenns ernes gäbe.
Unrichtig ist es auch, daß esH. Eb ell für ein Axiom« ausgiebr.
Ich habe einen Sajou brüh nicht nur wirklich untersucht, sondern kann sein vollkommen gut erhaltenes Hirrt mit allen Nerven täglich Jedermann vor Augen legen, Und durch dm Augenschein Unwiderleglich beweisen, daß er zu seinem Hirne verhalrmßmaßig weit größere Nerven har, als'der Mensch. Folglich fallt dieser Einwürfgänzlich weg.
Auch ist Mein Satz nicht einmal richtig ausgedruckt r denn ich sehe nrcht sowohl aufFeinheit der Nerven, als vielmehr auf die Größe des Hirnes. — Die Smnorgane des Menschen sind von sehr mäßiger Größe; folglich auch die ihnen zukommenden Nerven; aber die Hjrnmasse ist zu diesen mäßig großen Nerven ft ansehnlich.' als sie schlech- terdrugö bey keinem Thiere angetroffen wird.
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