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Diese vier Augen liegen so, daß fie auf einem halben Zirkelbogen verchellt zn schn scheinen; daher das Rechte Auge des Rechten Kopfes, und daö Linke Auge des Linken Kopfes fast nach völlig entgegengesetzten Gegenden schauen.
Die Augapfel ragen stark aus ihren Höhlen hervor. Von Augenbraunen aber sieht man keine Spur.
An beiden Köpfen sind die Nasen krumm und gepletscht, wie bey den vorhergehendem Am Rechten Kopfe ist das Äeußere Nasenloch weiter, als am Linken Kopfe; die Nasenwurzel aber schmaler, als am Linken.
An beiden Köpfen ist der Mund lang, und die Unterlippe natürlich; der Oberlippe aber fehlt an beiden ein ansehnliches Stück.
Diese sehr breite Spalte verliert sich am Linken Kopfe in das Rechte Nasenloch, mit dem es in eine gemeinschaftliche Höhle übergeht; Obgleich die nämliche Spalte der Oberlippe beym Rechten Kopfe nach dem Rechten Nasenlochs hin zu laufen scheint, so hört sie dennoch vor dem Rande des Nasenlochs auf, welcher daher ganz bleibt.
Durch diese Spalten ragen an beiden Köpfen die Oberkinnladen mit ihren Zahnkastett, und Die mit starken deutlichen Wärzchen besetzten Zungen hervor. Am Rechten sieht man durch die Spalte den gleichfalls gespaltenen Zähnkasten und den Gaumen.
Durch diese Spalten der Lippen nähert sich diese Misgeburt der Zweiten, so wie man auch Ley Tulpius (i) ein förmlich doppeliköpfiges Kind mit Hasenscharten sieht.
^ An beiden Köpfen ist das KlNN zurückweichend und stach. ÄM Rechten ist es jedoch weit größer, und geht ununterbrochen auf die Brust fort, fo daß der übrige Körper vorzüglich mit diesem Kopfe zusammen zu gehören scheint.
Die Beiden Obren des Rechten Kopfes sind sehr natürlich geformt; allein die Ohren öe§ Linken sind zusammengedruckt und kleiner. Die Beiden nach Außen zu liegenden Ohren sind eben so wenig, als bey den zwei Vorhergehenden Miögeburten, von vorne, sondern blos von hinten sichtbar.
-D/stÜberhaupt sieht der Linke Köpf beynahe wie an den Rechten angebacken oder angeklebt aus. Zwischen beiden Köpfen lauft auch von der Gegend an, wo die Ohren zufammensioßen, bis aus die Brust herunter,-eine tief geschlängelte Furche, die die Wangen und die Kinne von einander rheilt, und auf der Brust verschwindet. ■
Eine solche deutliche, die Granze zwischen beiden Köpfen genau bestimmende, Furche sahen wir an den zwei vorhergehenden Kindern nicht.
Im Ganzen genommen liegt der Rechte Kopf mehr in der Richtung eines natürlichen; ist aber übrigens, wenn man die Stirne ausnimmt, nicht beträchtlich größer, als der Linke.
Jeder Kopf hat für sich , bis auf die Oberlippe, ein symmetrisches Ansehen; auch machen beide, wenn man nicht auf den Körper sieht, znsammengenommen, so wie die drei vorhergehenden, den Mund abgerechnet, ebenfalls eine ziemlich symmetrisch, geformte.Masse.
, §. fu
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Aus den Köpfen erhebt sich von dem starkhaatigen Rande, mit dem sich die mit natürlicher ' Haut überzogenen Stirnen endigen, ein von der Festen Hirnhaut gebildeter Sack- der aber-nur einen kleinen Vorrath'von Himmaffe einschlteßt. ' .
Für die beiden Köpfe gehört zwar dieser Sack gemeinschaftlich; doch ist der dem Rechten Kopfe gehörige Theil deutlich und bestimmt von jenem des Linken Kopfes abgesondert ; auch weit anfthnlicheri : ' ' H7. . ,7 ,J77'.7
V 7 Uebrigens fehlen, wie bey den vorigen, die Stirnbeine, Scheitelbeine, Schtäfebeine, und Las Hinterhanptsstück des Grundbeins , so daß ihre geringen Reste noch oben drein sehr verunstaltet erscheinen. ^
- Stellt man sich diese Misgeburt sichend vor , so hangt obiger Himsack, nach Hinten Zurücks geschlagen, hinunter , ist sonderbar gefaltet, und sieht daher der äußern Gestalt nach einem, mik allen seinen Hautenversehenen, Hirne noch am ähnlichstes 77—'77
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(i) ubfervatiomuA Medlcaram Libro 3. Capite 380