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S i e b e n t e L a f e l.
♦ . §« 45 »
eigene Beschaffenheit dieser Misgeburt, und nicht mein Gutfinöen, scheint ihr diese Stelle in der Reihe der Abbildungen und Beschreibungen anzuweisen. Man sieht, daß diese Misgeburt schon deutlicher, als die vorhergehende, zu einer förmlich zweiköpfigen den Uebergang macht, wenigstens um vieles sich ihr nahert.^-
Jeder Kopf ist, bis auf die Hirnschaale und daö Hirn, einem vollständigen Kopfe so ähnlich, daß, wenn er abgesondert wäre, nur wenig ihm noch an seiner Rundung fehlen mögte.
Unter den übrigen war diese Misgeburt am besten und saubersten erhalten, und schien Lurch's Aufbewahren kaum etwas gelitten zu haben.
Diese Misgeburt ist aber bey weitem nicht blos wegen des hinzugekommenen Kopfes, sondern wegen noch mancher andern Abweichung merkwürdig.
§. 46. .
Daö ganze Ansehen' des Leibes und seiner Glieder verrath, daß diese männliche Misgeburt die unzeitigste unter den vieren ist. Das Gewicht ist auch das kleinste. Sie wiegt i Pfund und 14 Lothe. Der vorhandene Arm und die Füße sind noch sehr unausgebildet, wiewohl sonst ungemein wohlgestaltet und proportionirt.
Der Körper ist mit einem zarten Seidenhaare bedeckt, und der Nabel sehr unvollkommen»
§.47-
Das männliche Glied -ist, wie bey Embryonen von diesem Alter, gestaltet; öer Hodensack leer. Vom After ist keine Spur vorhanden, sondern von der Mitte des Hodensackes lauft eine wenig erhabene Nach nach der Gegend, wo er zu finden seyn sollte. Ich habe deßhalb diese Gegend auf einer besondern Tafel vorgestellt. ,
§» 48 *
Der größte Theil der Ribben und somit auch der Brust fehlt»
Vom Linken Arme ist auch nicht die mindeste Spur vorhanden, sondern der zweite Kopf mmmt dessen Stelle ein, daher ist der Oberleib ganz unsymmetrisch.
§. 49.
Die Eingeweide des Unterleibes, vorzüglich die Leber, schimmern durch eine Lünne Haut Durch, an die sich die sonst natürlich gebildete Nabelschnur begiebt.
§. 50.
Jeder Kopf ähnelt zwar so ziemlich dem andern; doch erscheint der Rechte, schon auf dm ersten Blick, gleichsam als der Hauptkopf.
Beide Köpfe haben keinen Hals, sondern liegen tief auf der Brust, wie bey den vorigen- Das Gesicht eines jeden Kopfes ist ungewöhnlich kugelförmig, so daß die Mitte des Kinnes, des Mundes, der Nase und der Stirne einen nach außen gekehrten Bogen bilden. An beiden Köpfen ist die Stirne zwar sehr flach gedruckt, doch größer, als bey den vorhergehenden. Bey beiden liegt die Spalte der Rechten und dev Linken Augenlieder gegen die Nase zu heruntergesenkt (wie bey Len Chinesen). Die Augenlieder sehen vollkommen natürlich aus; sind mit Thranenp unkten u. f. w» versehen. Am Rechten Kopfe sind die Innern Augenwinkel sich an der Nasenwurzel naher, als am Linken. Sieht man das Rechte Auge des Linken Kopfes flüchtig an, so glaubt man ein drittes Augenlied, ein Analogon der sogenannten Nickhaut (Membrana nLÄiwns) zu bemerken« Allein ohngeachtet dieses eine wahre, starke, bis an die Hornhaut reichende Falte, der die Feste Augen- haut (Sclerotica) überziehenden Verbindungshaut (Conjunöiva) ist, so sindet man doch die eigentliche wahre Falte noch mehr im Innern Augenwinkel liegen, die, wie bey den drei übrigen Augen, Natürlich gebildet ist. Die ungewöhnliche Falte sieht man auf der Figur ausgedruckt«.
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