auch zeigt sich die Falte im Innern oder Großem Winkel deutlich. Dieser Innere Winkel liegt aber höher, als der Aeußere, da er doch sonst allemal im natürlichen Falle der niedrigere ist.

§ 20 .

Genauer untersuchte ich die Mittlere Augenhöhle das Merkwürdigste dieses Doppelt­kopfes Das Obere Augenlied ist größer und langer, als gewöhnlich, und senkt sich doch etwas mehr gegen den Rechten Kopf mit einem schwachen Bogen herunter; ist zwar weniger auffallend, als das Untere, doch deutlich genug, durch eine Ecke getheilt, um erkennen zu lassen, daß der Theil für den Rechten Kopf der größere ist. Das Untere Augenlied hingegen besteht ganz deutlich aus zwey Hälften, die in der Mitte zusammenfiießen, und daher verrarhen, daß dies Augenlied nicht einfach, sondern im Grunde ein doppeltes, aber unvollkommenes vorstelle, völlig so, wie das Kind weder zweiköpfig, noch einköpfig, genennt werden kann. Auch ist an ihm die Rechte Hälfte merklich länger und größer, als die Linke Hälfte. Uebrigens sind beide Augenlieder, das Obere sowohl, als das deutlicher doppelte Untere, mit Wimpern versehen, die, wie gewöhnlich, am- Obern weit stärker, als am Untern, sind. Die Beiden Augenwinkel, die sich gegen die Nase zu bilden, kommen im Ganzen mit dem gewöhnlichen Baue deö Innern Augenwinkels überein; doch fand ich keine deutliche Spur einer Falre oder Carunkel.

Nach zurnckgefchlagener Haut fand ich den Augapfel, wie gewöhnlich, mit der Bindungs- Haut (Lonjunäiva) überzogen. Die Hornhaut besieht, von außen angesehen, aus zwei Zwei- drittelstücken einer gewöhnlichen Hornhaut; deshalb ist ihr Umfang von oben und unten einge­druckt. In der Mitte ist sie wie schadhaft, angefressen oder vertieft; auch scheint hier ihre Ober­fläche rauh und uneben. (Vielleicht ist dies mit durch einen Fehler im Aufbewahren verursacht worden, da just diese Stelle, die mittlere Augengegend nämlich, am meisten gelitten hatte). Genauer angesehen scheint das Rechte Stück dieser Hornhaut größer, als das Linke Stück, zu seyn. (Siehe Figur i.)

An dem aus seiner einfachen, ziemlich symmetrisch gebauten, Knochenhöhle gespaltenen Aug­apfel untersuchte ich die Muskeln, die beyncche natürlich geformt schienen, nur an Anzahl, wie stch"S erwarten läßt, vermehrt. Aus diesem und aus der die Höhe übertreffenden Breite des Aug­apfels, vorzüglich aber, weil man hinten zwei Sehnerven, drei pariser Linien weit von einander entfernt, sich in diesen Augapfel begeben sieht (siehe Fig. 4.), läßt sich leicht schließen, daß dieser Augapfel wirklich nicht einfach, sondern wie aus zweien zufammengefiossen ist. Sein größter Durchmesser in der Breite (a. a.) beträgt 7f Limen, der größte in der Höhe jeder Hälfte 5| Linien (b. b.), der größte Durchmesser hingegen in der Mitte der Zufammenfließung oder von e. bis ä. Höchstens 5§ Linien.

Drauf dmchfchnitt ich diesen sonderbaren Augapfel senkrecht, und fand mm noch deutlicher Lurch alles bestätigt, daß er eigentlich zwei Augäpfel vorstellen sollte. Er enthielt nicht nur zwei, weder merklich an Gestalt , noch sonst abweichende Linsen, sondern auch die feste Haut (Sclerotica) erhebt sich nach innen zu an der Stelle, wo sie von außen nur vertieft erscheint, in einen scharfen Rücken, der deutlich und genau die Gränze zwischen beiden Hälften, woraus dieser Augapfel besteht, bestimmt. (S. Fig. 3.) Wo die feste Haut, als Scheidewand, aufhörte, traten die Gefäßhäute (Choroideae) jeder Hälfte, durch ein lockeres Zellgewebe vereinigt, zusammen, und bilden die nach vorne zu laufende Fortsetzung dieser Scheidewand, die sich immer mehr verfeinert, Loch aber nicht bis z>r Hornhaut hin reicht. Uebrigens sah ich zwischen der Hornhaut der Rechtem und Linken Halste dieses Auges keinen merklichen Unterschied, falls nicht die Rechte doch ein wenig starker ist.

Die GefäßhauL jeder Hälfte bildet eine Blendung (Iris), cm derer hinterm Rande die Fältchen (Proceffus) ganz deutlich sind; beide Blendungen aber scheinen sich in einem gemeinschaft­lichen Lichrloche (Pupilla) zu vereinigen, doch so, daß das Rechte Stuck dieser Blendung größer, als das Linke, scheint. An jeder Blendung mag ohngefahr ein Fünftel ihres Ringes fehlen (Siehe Figur 2.). . Ob dieses Lichtloch mit einer Membran noch geschlossen war, vermogte ich nicht, wegen der schlechten Erhaltung, zu unterscheiden.

Vergleicht man folglich die beiden Hälften dieses Augapfels mit einander, so zeigt theils der Umkreis, theils die aus der festen Haut und aus der Gefäßhaut bestehende Scheidewand, theils der Ring der Blendung, daß offenbar die Rechte Hälfte größer, die Linke kleiner ist.

Uebrigens sind beide Augenhälften inwendig mit dem schwarzen Pigmente und mit der Markhaut des Nerven versehen.

Um Augenbraunen zu haben, ist die Stime zu kurz, deren Saum sich ebenfalls mix Haaren, wie beyw Ersten Kinde, endigt