schon für sich allein selten, und kostbar, ln einer solchen Reihe aber ganz unschätzbar. Man kann sich nicht genug verwundern, wie diese Reihe zusammengekommen, sey; es müßte dann etwa« seyn, daß die drei letzten von Einer Mutter waren.
Bis i?84* wenigstens, wo ich Cassel verließ, waren alle diese Stücke ganz vortrefflich Und unbeschädigt erhalten; und ungeachtet ich sie hin und wieder geöffnet und untersucht Hatte, sorgte ich doch mit der größten Sorgfalt dafür, daß die Bedeckungen so genau an einander kamen, daß man kaum die Einschnitte gewahr wurde.
Sollte einer meiner Leser mir nähere Nachricht davon anzeigen können, s- verbände Uran mich durch gefällige Mittheilung ungemein.
§. 5 . '
Ich beschreibe sie izr, außer einigen Beobachtungen, die ich am Ende beyfüge, ohne weitlauftige Folgen daraus für die Physiologie Und besonders für die Erzeugungsgeschichte zu ziehen; denn mir schien meine Arbeit von größerer Brauchbarkeit, wenn ich blos anatomische Beobachtungen aufsiellte, und es eines jeden Gutbefinden überließe, sie in seinem Systeme zu verweben, oder seinen Hypothesen, so gm- als es gienge, anzupaffen. Ich hoffe, daß ich vorsichtig und behutsam, ohne alles Vorurtheil, weil ich mich zu keiner der bisherigen Gener rattonstheonen bekenne, diese Stücke beschrieben habe.
Eine jede der ErzeUgUngötheonen enthalt, nach meiner. Meynung, Wahrheiten, die sich mit den Wahrheiten der andern sehr gm und leicht eombiniren lassen; allein ausschließlich wahr UM befriedigend scheint mir keine einzige.
§. 6 .
Ich muß hier einem Vorwurfe begegnen: Warum ich Nämlich nicht alles bis auf das keine Knochengerüste verfolgt habe?—" Da diese Sachen aus der Fürstlichen Sammlung, und nicht aus meiner eigenen, genommen sind, so mußte ich mich begnügen, so viel zu-unterr suchen,, als ohne gänzliches Verderben der Stücke geschehen konnte. Was an den Wachen Dheilett zu entdecken war, habe ich mit Genauigkeit zu beschreiben mich bemühet, und was noch von Knochen zur Beschreibung fehlt, kann ja noch einst an diesen Stücken untersucht werden. Sie waren mir zum Aufheben, nicht zum Skeletiren und Vernichten, anver? traut. — Öder sollte ich darum diese Beobachtungen und Abbildungen nicht herausgegeben haben?
Unendlichen Werth hatten diese Stücke für mich gehabt, wenn ich sie ganz frisch Zu sehen Gelegenheit gehabt- hatte, weil ich übers Hirn Und Rückenmark vieles-nachzuschreiben hatte , das an ihnen, weil sie vielleicht über vierzig Jahre schon im Weingeiste lagen, nicht mehr heraus zu.bringen war.
Wie wichtig misgesialtete Hirne zur Ausschließung des verwickelten Baues des Hirnes seyett, hübe ich'durch ein sehr in die Augen fallendes Beispiel an den Ursprüngen der Seher nerven im zweiten Stücke der hessischen Beiträge zu erweisen gesucht.
" .. Als diese Misgeburten in meine Hände kamen- befanden sie sich nicht in dem Zustande, in den ich sie brachte. Die Methode, wie die Glaser verwahret waren, schren nicht die beste, ob sie gleich im Ganzen ziemlich gut, aber nicht zum reinsten erhalten waren.
§. 7 -
Welche sonderbaren Gestalten von Menschenkindem die Natur fast bis zur Reife, ja fast bis zur Fähigkeit, ihr Leben außerhalb dem Schooße der Mutter fovrzusetzen, bildet, davon mögen diese Bogen Beweise seyn.
Meine Absicht gieng für izt dahin, die mancherley Formen, Verunstaltungen Md Fehler des Hiknes und des Kopfes in Rücksicht der Sinnwerkzeuge zu schildern.
Man sieht nicht nur das Hirn und Rückenmark gänzlich fehlen (da doch das Hirn ohnstreitig den HaUpttheil ausmacht, durch den der lebende und wirkende Mensch sich vor allen Dhieren so sehr auszeichnet, daß er an Größe desselben zu den Nerven unter den Geschöpfen kein ihm heykommenöeö hat), sondern zwei Köpfe auf eine Art zusammengebracht, und zu Einem vereinigt- die selbst dev Einbildungskraft zu erfinden, schwer gefallen, wäre. Bald erblickt man vier. Ohren, vier Augen, zwei Nasen an einem Kopse, der von hinken kaum die Hälfte von der Größe eines sonst gewöhnlichen Kopses zu haben scheint; bald nur drei Augen, eine halhe, oder auch. wohl, gar keine Nase; bald Fehler am Ohre, an der Zunge, und an der Kinnlade; kurz: man findet hier Beispiele von Verunstaltungen an allen Sinuwerkzeugen.
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