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ben allemal eine grofse Seltenheit, und man hat aufser einigen Knochen nur gar zu wenige vollständige Beyspiele dieser Art. Diese Bemerkung hat sich ungeachtet der grofsen Fortschritte, wel­che seit 1774, die Naturgeschichte im Allgemeinen und die Petre- factenkünde insbesondere nicht nur im verflossenen , sondern selbst in gegenwärtigem Jahrhunderte machte, als nur zu wahr bestätigt. Denn von den fünf Beyspielen, welche dieser Ungenannte anführt, kann kaum ein einziges , wie sich aus der näheren Betrach­tung derselben im Einzelnen ergeben wird, mit Zuverlässigkeit für ein Krokodil gelten.

Der Verfasser des Artikels Crocodill-Versteinerungen in der deutschen Encyclopädie 8 ) behauptet sogar, dafs von keinem einzigen dieser Beyspiele die Aechtheit apodictisch erwiesen werden könne, und dafs sie also sämmtlich zweifelhaft seyen.

Selbst von den seit 1774 ferner bekannt gewordenen drey- zehn Beyspielen angeblicher fossiler Krokodile, reicht bey weitem keines an die Zuverlässigkeit und Vollständigkeit des Gegenwärtigen.

, § 4 -

Unsere königliche Central-Bibliothek, welche erwünschter Weise fast sämmtliche, über ähnliche Erzeugnisse der Natur ver« fafste Abhandlungen und Abbildungen in den Originalen besitzt, setzt, nebst des Hrn. Baron v. M o 11 collegialischer Unterstützung, mich zugleich in den Stand, die Geschichte der bis auf Hn. Cuviers Berichtigungen, für Krokodile gegoltenen Petrefacte, vollständig, chronologisch geordnet und mit dem gegenwärtigen Petrefacte ver­gleichend vortragen zu können.

§ 5 -

Mit frohem Danke mufs ich vor Allem die Mühe, Genauig­keit und Gründlichkeit erkennen, womit unser College und Freund

G.

8) Frankfurt bey Varrentrap und Wenner 1772. kl.Fol. Sechster Band, S. Ö2o»