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wenn Gehorsam, nicht allem dabey wäre^ und dieß ist unter vieler» geistlichen Menschen, die viel mehr sich selbst in solchen aufgelegten Aemtern suchen, in mancherlei) Weise, für die sie nimmer rechte Mei­nung haben, und.weW sie auch ihMAernter mit großem Fleiß aus- richten, so wird doch mehr eigenes, Gesuch und Nutzen angesehen,:?- denn lWerer Gehorsam. Sehet ^lieben Kinder, hiemit wird daun- die Innigkeit des Herzens also bekümmere, und also unmüßig mit den äußeren Sachen, daß denn her Mensch hierdurch seiner selbst ver­gißt, daß er dWn gar kaurn, oder nimmer zu-stch selbst kommen kann? Senn viellewhk der MenMetwa eine. Einkehr nehmen will , zuhand kommt der Kummer, und die unordentliche Sorge, und irret ihn, daß er denn das nicht wohl thun mag, .und dieß ist alles seine eigene Schuld, denn wo er wahrlich Wttin seinenWerken meinte, und ihm allein zu Dienste, sich des Gehorsams allewege willig erböte, so wäre ihm allewege Gott gegenwärtig, daß ihm kein Gedanke, noch solche Unruhe zeMreuete. Wenn auch vielleicht die Uebung so man-- nigfaltiglich wäre, daß er sich nichtcher Sorge entschlagen könnte, so kann er dennoch gar baldwieder iw sich selbst keMn, ist seine Mei­nung gekecht.

FerM lehrte der MeisteE diesen Jünger, und sprach: Willst du zu einem seligen, guW Leben kommen, so sollst du allezeit -gefliffen seyn deiner Einigkeit, mit rechter Behutsamkeit deiner fünf Sinne, die dir manch schädliches Bild eintragen. Hierum sollen deine Augen allewege unterPch gerichtet seyn, in rechter tiefer Demuth gegen die Erde, das ist, wenrp sie also verschaffen sind gegen alle auswendigen Sachen, daß sie dir kein Bild eintchgen, was dir schädlich seyn möge. Deine Ohren sollst du^vor dem Unhöd aller üppigen Dinge behü­ten, sonderlich vor Nachrede deines Nebenmenschen, auf daß sie dir kein Ding einbringen, davon du geärgert werdest. Dein Mund soll so ganz verschlossen seyn, daß ernichts anderes rede, denn die Noth- durft, Gottes Lob und deines Nächsten Nutzen. Dein Herz soll dem ewigen Gott also bereit seyn, daß er seine Wohnung stets darin ha­ben möge. Es soff auch dein Wille also befreyet seyn von aller Be­gierde zeitlicher creatürlicher Dinge, daß dir alles Atter sey, was Gott nicht ist, deine Vernunft soll befreyet seyn von allem vergänglichen Trost der Welt, und dem^ Zuversicht von allen unnützen Gedanken,

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