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Er kannte also die Ausgabe Leipzig 1498 itid&t, sondern nur die Cölnische Postille, und die dem Surius nachgebildeten Ausgaben.

Noch bestimmter spricht sich Wachler *) aus, kompetent als Kritiker und Litterator:

»Drey Handschriften davon liegen zu Straßburg; die besten am we­nigsten verfälschten Ausgaben sind bis jetzt die zu Leipzig 1498 und zu Basel 1521 erschienenen.«

tz. 7. Wenn nicht die viel frühere Cölnische Postille und Surius schon den Vorwurf angeftimmt hätten, daß einzelne Ausgaben verfälscht oder ver­stümmelt wären, so dürfte man die von einem Protestanten in den nieder­deutschen Dialect übersetzte Cölnische Postille, unter dem Titel: » I. Tauten Predigten von einem vollkommenen evangelischen Leben aus dem Hochdeut­schen ins Niederländ. übersetzt; 1565 , 1588 , 1593 « mit Recht für diejeni­gen Ausgaben halten/ welche dieser Untreue beschuldigt werden. Allerdings har der ungenannte Uebersetzer hin und wieder diejenigen Stellen, welche von der Person des Beichtigers, von der Transsubstantiation u. s. w. handeln, ganz unterdrückt, und besonders viel in der Meduiia animae geändert, aber im Allgemeinen ist die ängstliche Treue dieser Ueberseßung anzuerkennen, und sich zu wundern, daß sie, da in derselben angefangen was, willkührlich auszu- laffen, nicht folgerecht, noch viele andere, der Denkart des Uebersetzers ent> gegenstehenden, Stellen unterdrückte; weshalb mindestens diesen Ausgaben nur sehr wenige Willkührlichkeiten zur Last gelegt werden können, was aller­dings von allen Confessionen bis jetzt mit Recht geschah. Vermuthlich gelten nur diesen niederländischen Ausgaben die heftigen Ausfälle, welche Johannes de Lixbona in seiner (katholischen) holländischen Uebersetzung, erschienen 1647 und 1685, auf dem Titel feiner Ausgaben aussprach.

Diese Vermuthung wird bestätigt durch den Index libror. probibitorum et expurgandorum noyiss. Antonii a Sotomajor. Madrid 1667. fob (Seeuuda Ciassis in qua libri certorum auctorum expurgati, aut proMbiti eie.) p.

944. Tauieri Horailien , in die Niederlandske spraack verghesedt, ende ghe- print tot Franckfort, tot dat sy gecorrigiert syn. Also nur diese Ausgabe tristt die Cenfur, und in den Indicibns libror. prohib. et expurg. Lugd. i 586 . 12. Quirogae, Salmürii 1601. l\. Alexandri P. M. YII. Eomae 1667. fol. Brasicbellensis, Romae 1707. 8. sind et sich keine Erwähnung von Tauler oder irgend einem seiner Werke.

. §. 8 . Der von Peter von Nymwegen geäußerte Wunsch, Taulern ins Lateinische übersetzt zu sehen, wurde von dem Karthäuser Laurentius Surius schon 1548 erfüllt. Seit' 1525 hatten sich die Karthauser Mönche zu Cöln

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*) Versuch einer allg. Gesch. der Litteratur. Bd. 2. S. 618.