schuf da nichts; darnach kam ich gen Basel zu meinem und auch deinem lie­ben getreuen Vater dem Tauler, der mit mir bey dir war, und der half mir

mit ganzen Treuen, so viel er vermochte. - -- Mein getreuer Vater

der Tauler und ich senden dir ein Büchslein mit Pulver u. s. w.-Es

begert auch unser lieber Vater der Tauler und andere Gottes Freunde, daß du uns und der Gemeinde etwas schreibest, was dir dein Lieb Jesus gebe, u. s. w.«

Auch dieser Brief ist geschrieben während des Jnterdicts zu Basel. Eben so befindet sich in Taulers Predigt 131 [Sermo 80] eine (gleichzeitige) An­spielung auf das große Interdikt, welches vom Jahr 1330 bis 13a? dauerte. Eine ähnliche Predigt 133 sSei-mo 63 st

Alle diese Briefftellen beweisen, daß Tauler vor dem Jahre 1348 nur

auf kurze Zeit fich in Cöln aufgehalren haben konnte, und daß seine auf das

Jahr 1340 versetzte Bekanntschaft mit dem Laien, und die darauf erfolgte Erleuchtung noch nach Straßburg verlegt werden muß-. Ein längerer Aufent­halt zu Cöln kann demnach nur in die Jahre 13481360 fallen. In die­ser Stadt pflegte er nach der Vorrede zur Cölnischen Postille in dem Kloster zu St. Gertrud zu wohnen und zu predigen. Er liegt zu Straßburg begra­ben, wie sein noch vorhandener Grabstein ausweiset. Auf diesem steht sein

Sterbetag als) ausgedrÜÄt: Ano. Dm. M.CCC.LX.I.XY.I. kl Jynii. Cirici.

Et. Julide. u. s. w. Dieser Heiligen-Tag fällt im Jahr 1361 auf Mittwoch den 16. Junius und beseitigt vollkommen alle bisherigen Streitigkeiten über das wahre Sterbejahr Johann Taulers.

Schilter in seinem Anhang zu Königshoffen x. 1119- erwähnt auch die­sen Grabstein mit der Bemerkung: Tauler sey gestorben im Gartenhause zu 8 . Claus in undis, als er seine Schwester, eine Klosterfrau daselbst, be­sucht habe.

Erstes C a p i t e l

Von Taulers Schriften. Aachweisung von Handschriften.

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-wie drey ältesten Handschriften lagen in der Johanniter-Bibliothek zu Straß rg. Doch nur die zweyte und dritte der von Oberlitt in der angeführten Dissertation verglichenen Handschriften sind noch in der öffentlichen Stadtbibliothek vorhanden. Die älteste unter diesen, fast gleichzeitig, wird in dem von Prof. Witter edirten Katalog der Handschriften unter den Folio-For­maten Lit. K. Nro. 89 aufgeführt. Sie ist in klein Folio (wenig über groß