XI
4.to>, auf Pergament geschrieben, ohne Zweifel noch aus dem letzten Drittheil des UV. Jahrhunderts, hat doppelte Columnen, deren Umfang, wieZeilen- richtung, mit Dinte liniirt ist. Die Schrift ist wohl ausgeführte, große, vollkommen viereckige, neugothische Minuskel oder Mönchsschrifr, wie sie sich zu Ende des xin. Jahrhunderts zu zeigen anfängt, und im Laufe des XIV. bey sorgfältig geschriebenen Büchern öfter vorkommt, bey schlecht geschriebenen etwa die Capitel-Ueberschrift bildet, nahe mit der heutigen Fractur und dem englischen Gortiic[ii6 verwandt. Die ganz großen Anfangsbuchstaben der Predigten sind Initial. — Gesammte Unterscheidungszeichen bestehen in Punkten,, die auch Komma's, Kolon's und Semikolons vertreten. Auf lang auszusprechenden i (besonders wo man jetzt le, oder ih gebraucht) sind Accente; auf den andern i meist nichts, auf den vollen u sind Ringe; auf 2 Punkte; auf L liegende Circumflexe (*); hier und da kommt noch für die Doppellaurer ou und au ein o vor, doch öfter auch die Heyden Buchstaben.
Capitel- oder Predigt-Ueberschriften, große Anfangsbuchstaben der Predigten und gewisse Paragraphzeichen sind roth; die großen Buchstaben nach Punkten (wenn diese auch nur Komma's vertreten) roth durchstrichen. Der erste große Anfangsbuchstabe der ersten Predigt und derjenige der nisten, die einen großen neuen Abschnitt der Handschrift bildet, sind bunt roth und sattblau verzierr, bey dem einen auch etwas grün und violett oder braun dabey. Die römischen Zahlen über den Columnen, die die Nummern der Predigten wiederholen, ferner die großen I der Item in dem Textinhalt sind abwechselnd blau und roth; auch im Laufe des Textes sind einige wenige große Buchstaben blau. Der Abkürzungen sind wenige, und diese leicht verständlich, gleichförmig. Nach dem Jnhaltsverzeichniß sollte diese Handschrift 8i Predigten enthalten, es sind aber nur noch 72 vollständig und der Anfang der 73ften da.
Sie ist die zweyte bey Ob erlin und in dessen Tabelle mit B. bezeichnet.
Die dritte , von Oberlin mit c. bezeichnet, auf Papier, ist ebenfalls noch vorhanden. Das Jnhaltsverzeichniß enthält nur 87 Predigten; sie enthält aber 93 und scheint aus dem Anfänge des Xv. Jahrhunderts.
Zu Berlin in der königlichen Bibliothek befinden sich:
1) Zwey Bände in Folio, Nro. 242 und 243, der deutschen Handschriften Nach dem Jnhaltsverzeichniß folgt die Zueignung des Petrus Novfoma- chus an Georg van Schottborch. Cölln.1543. Das Manuskript ist eine im Jahr 1550 nach dem Druck von 1543 verfertigte Abschrift; sie war früher in Cöln, kam von da nach Paris, und von Paris nach Berlin. *) Sorgfältig auf Papier geschrieben und schön verziert.
*) Harzheim in seiner Bibliotheca Coioniensis, S. 204, kennt keine zn Cöln befindliche Handschrift von Taulers Predigten.