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chen liectorium aufgevichtet stehe. — Aus dem, was wir angeführt haben, kann man annehmen, daß wenn Tanker und Egenolf 30 oder 32 Jahre alt waren, als der selige Venturinus im Jahre 1336 an sie schrieb, Tauler in seinem 73 ften oder 75 ften Jahre gestorben seyn müsse. Von Taulern ist wenig Erwähnung bey den älteren Nomenklatoren, *) was wohl daher kommt, weil er deutsch schrieb und seine Werke nicht ausserhalb seines Vaterlandes und seiner Provinz verbreitet wurden; daher man nicht wenig dem Fleiß des Surius verdankt, welcher sie lateinisch ans Licht stellte, und die ganze Kirche mit einem so großen Schatze bereicherte.
Bey dem Dunkel, das über Taulers äußeres Leben so lange noch schwebt, bis daß in irgend einer Handschrift unerwartet mehr Aufschluß über dasselbe entdeckt werden sollte, schien es zweckmäßig, nur die vorstehende Lebensbeschreibung, weil sie am reichhaltigsten ist, mitzurheilen. Manches findet man noch in Oberlitt Viss. de Joh. Tauleri dictionc vernacuia et mystica, Ar- gentorati 1786. 4; bey Bayle 8. v. Tauler; in Jördens Lexicon deutscher Dichter und Prosaisten. Band 5. p. 1. seq.
Gewiß ist es, daß Tauler zu verschiedenen Zeiten in Cöln, und zu andern Zeiten in Straßburg predigte. Der Name von letzterer Stadt findet sich in keiner der 84 alten Sermonen, aber der Name der Stadt Cöln: » Hie zu Colonia, « wird am bestimmtesten genannt in Predigt 73 (Sermo 37), wodurch erwiesen ist, daß die a zusammen gehörigen alten Sermonen 34 . 35 . 36 . 37 (Predigt 70 — 73) dort gehalten wurden. Zugleich deutet in dieser Predigt 73 noch folgende Stelle: » Ich bin in solchem Lande gewesen, da die Menschen so männlich sind, und solche wahre starke Kehr thun, und dar- bey bleiben, und da bringt das Wort Gottes mehr wirkliche Frucht in einem Jahre, denn hier zu Cöln in zehn Jahren u. s. w.« deutlich auf seinen früheren Aufenthalt am Oberrhein. Eine Stelle, Predigt 119, könnte für
Trithemius führt ihn Nicht ÜN itt s. Scriptoribus Ecclesiasticis Basil. 1494. Zn einer von uns benutzten handschriftlichen Chronik des Dominicaner-Or-- denö, geschrieben im Zahre 145.5, steht er angeführt in dem Abschnitt von dem Een Meister (des Ordens) Barnabas (1324 — 1333 ) und wie auch bey seinen Zeiten gar viel seliger Prüder und Schwestern in dem Orden lebten. „ Bruder Johannes den man nennt derr^Tawler der gar ein Gottminnender Mensch war und des göttlichen Morts ein andächtiger Prediger." Gleichzeitig werden in dieser Chronik gerühmt unter andern: Bruder Venturinus, Bruder Eckardus, Bruder Heinrich den man nennt den Sensen u. m. a.