, 68 Hebammen Buchs
S»ff<-D»'e Fkaw hat ab vlesen Dingen ein schröcklich Mißfalle«/ vnd da es zuthun gewestware / hatte sie diesen Hund thewer wider gekaufft/weil es jr stlbsten ieyd war/daß die gute Freundschafft vir Vmrawlichkeit dieser beyder Thier zerstöret worden war. In Gumma/ ich sage/(daß viel Menschen jhren Gutthatern weniger Lieb vnd Ireundschaffterzeige/als die vnvernünfftigen Thür.Da man nun eine ein solchen Dienst erzeigt / in den Nöhten die Leib vir Lebe betroffe/ist vnlaugbar/dzderselbe mitGolt oderGelt tut zuwider kehren ist/vnd dz man dadurch verflpichtet werde/die Woltha- ter zu liebe/erstlich nach dem Gebore Gottes / zum andern nach jn- gebung der Natur / demnach auch die vnvernünffeige Thier so Menschliches Verstands gantz vnd gar mangeln/daffelbig lehre.
Ich hab eine andere History so sich mit der obigen in vielen Stücken vergleichet/auffeine Zeit gelesen : welcher Gestalt ein leibeigener Sclave ln der Türckey gefangen gewest/der es anß Lieb vnnd Begierd der Freyheit gewagk/vndaußgerissen. Weileraberfürchkete/ermöchtdurchdienach, folgendenerdappekwerden / hakerseineAufluchtzudenWalden/ vnnd Wüsten vngebaweten Orchen genommen / daselbst als er fort wanderte/ kam er vngefehr für eine Höle/vor deren ein Löw war / der sich sehr klagte/ vnd die eine formn Pfau in die höhe hielt / vnnd die stets ansahe/weil er ein Dorn inderselbensiecken Hatte-Der flüchtige Mensch nam einHerß/vnnd zog dem Thier den Dorn heranß. Der Löwe erkennet die grosse Wolthat/ die jhme bewiesen worden/leckete dem Sclaven die Hände/ vnnd liebkoset ihn auffseine Weise/so gnt er kome / alswolt erjhne bitten mit sich in ferne Hole zugehen/darinn er jhne ein geraume Zeit ernehret hat von den Thie, ren so er gefangen vnd jhme gebracht.Letztlich als der Löw eines Tags auff derJagtwar / entschloß der flücheigeMensch/einsmalsdavondannen zugehen.DerLowalserwiderzuHaußkam/vnndftinenGastnichtfand/ harter vor Trawrigkeit/alle Wald vnnd Orth durchlauffen/seinenMann suchende / biß er entlich ist gefangen worden. EristaneinemOrchjnge, scl)loffen worden / dahin man dieVbelthaier / so einen schwerenTod ver, würcket/zuwerffen pflegte / anffdz sie vonden Löwen zur Straffe zerrissen würden. Esbegab sich bald hernach/daß dieser Sclave in der Fluchrer, cyler vnd nach Gewohnheit deß Landes dahin vervrtheilet worden / daß er von dem Löwen solt zerrissen werden. So bald der gefangene Löw den Menschen sahe /der jhme den Dorn in derWüsten anß dem Fuß gezogen/ har er sich zu jhm gesellet / gleich alswolt er ihn vnter seinen Schutz vnnd Schirm nemen/der Gestalt/dz der anderen Löwen keiner jhm einig Leyd