anda Theil. 159

Handeln/kenselben Rahezuschaffen / vnnd fürnemblich wann die Sach allgemach vnd fitkig von stakten gehet/dann da thut die Na­tur erst Wunder / wann man sichs am wenigsten verficht / aber nichtsdestomindermußmandaraufffleissigachtung geben/vnnd

wo es derselben (verstehe derNatur-manglen / oder zu viel werden wölke / muß man derselbigen helffcn- So jemals ein Zeit gewesen ist/da man vernünffüg vnd fürsichkiglich hat sollen handeln / so ist es gewiß diese vnsere Aeit.Man sagt im Sprichwort: Man muß etwan ein Ding/das an jhm selber gut ist/sawer vnd bitter am Ge­schmack machen. Darumb will ich dir / meine Tochter /erzehleu/ was ich erkant vnd erfahren hab.Man findet jetzo sehr wenig Wei­ber/welche jhre Hebammen mit trewcn meynen vnd lieb haben/wie drein voriger Zeit gethan haben. wclche/wannjreAmmmen/ deren Hülff sie sich zuvoran gebraucht/verstorben sind/ grosse Klag dar­über geführet/vnd bähten Gott/daß er ihnen hinfürters keine Kin­der mehr geben wolte/wekches zwar fo recht vnnd wol nicht gethan ist/ aber es dünckt mich jnen zuverzcihen zuseyn / weit jhr Lieb vnnd Anmuhtung gegen obbesagker Hebammen fiedarzu gebracht hat. Zu dieser jetzigen Zeit / gebrauchen ihrer viel der Hebammen Dienst/wie man Leut in der Herbst bestellt/die Traube ab zulesen/ da man alleIahrnewe Leser dinget/ha stu lang geschafft so bistu be­zahle.

Es nimmer viel Mühe vnd Kunst/ daß manein Sasse bereite/ die einer krancken Personen fchmacke / vnnd Zugleich auch nützlich sey/die den Appetit vnnd Lust zuessen verlohren hat / eben also ma­chen es vnsere junge Werber/welche/nach dem fie deß ersten Kinds niderkommen find / erwehlen sie ihnen also bald ein Mannsperson/ der ihnen nachmals in ihren Kindsnöhten an statt einer Amme« helffen solle. Gewißlich wann ich an fle gedencke / werde ich scham­rot für fie. Dann es düncket mich ein vnverfchamte Weise seyn/ dieses Mittel an die Hand zunemmen / da noch sonderlich keine Noht vorhanden ist. Was soll es gelten / wo jhre Muttern oder

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