Das schcndc Capitel.

Die ein vnd zwantzigste Observarion.

Von einer jungen Tochtcr/wc!che/als man meynte/ mit

der fallenden Sucht behafftet seyn soltk/da ihr doch dieses - Vbe! von der Mutter herkam/vnd

auß was Vrsachcn.

Incs Tags kam emEhrfameFraw zu mrr/vnd bchte mich ^E^fleissig/sie ein Kunst lehr en/wie sie ihrer Tochker/so vber al- Masse mit der Mutterftuche gequelet wurde/ raht schaf­fen solte oder möchte-Da sie mir nun den Gebrachen allerdings er - zchkct hatke/begehrLk ich sie zubefthcn/wci! es nichts ncwcs ist / wan rnan die Patientin sieht / vnd höret selbstrcden / man offrma! eines andern vnd bestem werft wird. Ichgieng/siezubefehen/welchein- uerhalb einer Stunden / von diesem jhrem Äbel Zwey mal ange­griffen ward/fo also beschaffen. Es war gleich wie ein Schaudern oder Erschrecken / welches auffviel Grhnen oder Auffspmen deß Munds erfolgt / darauff sie eine Zeitlang gleichsam in einer Ohn­macht lag / vnnd so taug diese Schwachheit warere / Zog sich der Mund mehr auffcinc Seite als auffdie andere. Wann aber dieser Angriefffürüberwar/Hrelt sie die Augen sperrwcit offen / vnnd fast immerdar auffcmcnDrk gewandt. Ich befragte mich/so wol bey der Mutter / als bey der kranckcn Tochter ftkbsten / in welchem Jahr ihres Alters sie dieses T)bcl ankommen wäre. Die Mutter antwortet/es möcht nun mehr ein Jahr verflossen seyn/daß sie diese ihre Tochter in dieStarc herein gethan häree/allda sich auffzuhal- rcn/vnd dz sie vor dcrftlbigen Jeik nichts dergleichen jemals gefüh­rt hatte.Ich gab jhr so guten raht/als ich könte/ sagte doch dabey/ wie »tt'ch anr besten ftyr, dünckctr/dast siewiderumb an den Drtge­bracht würde/va sie wäre erzogen worden/vnd solte sie doch darbey etlicher schlechten Mittelgebrauchen / deren sie doch hernach nicht hedörfft Hat-Dann nach dem sie dahin kommen / ist sie von diesem

Vnhcii