*4o Hebammen Buchs

vnd aufferziehung der Natur vorgehet. Dann nach dem das Kind empfangen/hates vomdemBlutder Muttergewachse/zugenom- nren/vnd sich davon ernehret/ aber ntk lcnger dann die neun Monat vber.Nun nimbt solche ein andere zu sich / die es zwey Jahr von ih­rem Leib faugenvndmit ihrer Müchernehren muß r Nun will ich- fragm/von welcher Mutter das Kind an sichnemmen könne?Jch sag es mit gutem Grund / Habs auch mehr als ein mal gesehen/da ß die Kinder viel mehr der Gäugammen Sitten vnnd Gebärden an sich genommcn/dann ihrer Müttern/die sie getragen vnd gcbohren hatten.Was meynt einer/daß diefesemer Mutter ftlr Fremd vmld Gefallen bringen soltekDie ihr Kind liebet / wann sie siehet fpKind in dem Schoß vnd Brüsten erner Seugmutttr die ohne Witz vnd Verstand ist/halber sinnloß/motzigt vndwiderspenstig / ein Voll- sausstrin / vnnd von einem solchen Weid sein Nahrung durch die Milch an sich ziehen/davon wachsen vnd zunemmcn /gieich wie ein Baum/der bey seiner Wurtzeln Kalckhat/ wann aber solche alte wehnee werden/so fallen sie in erzehlte Süchten^

Demnach follein Saugammeein ftmc ansehnliche liebliche Person pyn/hübscheZähne haben/dre Haar sollen braun oderCa- stanien färb feyn/vonguter gefundterArt vndAnkunfft/daß weder- sie/oderjhrMannjemalediePockelngehabt / dieweil allezeit die Gemerck verbleiben fämpt den Narben vnd Malern/siemußauch nicht Coterisch oder bald zornig seyn / solle viel vnnd vberflüffig Müch haben/vnnd die gut/die Brust sollen nicht zu gar Fleischige seyn / danndasbetreugtmanchmal/sie sollauchnicht zu garfeist vonLeib seyn/vnd fürallen Dingen sich hüten/daß jhro keine Lieb- degierten oder Gedancken einnisteln- Es gibt zwar der Saug- ammen/ welchen eine Lust zustehet/ widemmbzujhren Män­nern zukehren / aber dieses ist recht Gisst den Kindern / so der Milch geniessen / welches daher abzunemmen J daß vnan§ Äschen / daß sie Saugmuttern seynd / doch allezeit darne­ben.