erster Thal. zz
sie frage / was sie zu solcher Trawrigkeit vnnd Vnmuth bewegt/ wissen sie nichts zu sagen- Viel Leuch/so der Sachen nicht genug- samb bericht / wann sie eine junge Tochter oberzehlter Gestalt/ bleich/trawrig/einsam / weinend / vnnd dermaffen affectionirk se- hen/fthlicssen auß vnbedacht/daß solches auß heimlichen Anliegen vnnd entzündeter Lieb bey jhncn herkomme. Aber ich kan wol mit Warheit sagcn/daß ich ihrer mehrals hundert gesehen / indiesem Zustand/vnnd also behaffeet/die doch niemals an kein Bulschafft gedacht/ nach dem es Kinder waren von sieben / acht / neun / oder zehcn Iahrcn/vnnd ihres kindischen Alters halber/ ihre Blum oder Monaksreinigung noch nicht haben kondten / welche gleichwol nicht weniger eben mit derobvcrmelten Vngelegenheit befchleppet waren/alöerwachsenemannbareT6chtcrvnndIungfrawen/oder auch Werber/welche bereit verheyrahtet im Ehestand lebten/ vnnd doch ihre Zeit vnnd Reinigung nicht genugsamb hatten. Diese Schwachheit vnd Anliegen bringet bey iungen Weibern/wann sie damit behaffttt ftynd/ mcr cklicheVerhindernuß der Empfahung vnnd Giburt/vnd wann flchs schon begibt/daß sie schwanger wer- den/wann dieser Gebrechen nachlast / vnd nicht zuvor wolgereini- gct sind von der vorhergangenen Verhaftung / bezeugte doch die gemeine Erfahrung/da ß ihre Kinder / auch noch im Leib liegende/ si ch gcmcmrgitch nit wol gchaben/vnd hak das Ansehen / als ob solche zugleich mit der Mutter dieses Gebrechens theilhafftig seyn müstctt/haben starck'e Bewegungen/sind bleichgeelcr Färb / nicht ohne Hcrtzklopffcn / vnndSchwermütigkeitdeßHaupts / viel schwarHes Geblüts vnd Melancholischer Feuchtigkeit.
Also verhalt es sich/wie ich mit mehrem erzehlet hab / mit Wen jungen Töchtern vnd Weibern/bey welchen dieser bawfallig^u- stände in eine Gewohnheit gerahken/daß sie sich vbel befunden/ haben jmmerwerendk Hanptwehe/Magenwche/Hertzklopffen/ Müdigkeit der Dberschenckeln/mancherley Veränderungen / vnd last sich ansehen/als ob dieses Vbel vnd Vnheil sich nur scharpfferer-
E zeigt