G- lasse,n, 10.VI±I.44

Verehrter Herr Professor!

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Hier schicke ich eine^n kleinen Aufsatz, den mein wlann in Stanislau schrieb, als er nach einer kleien Verwundung von der Front zurückkam. Er dachte es für Natur und Volk und schickte es vor ein paar Tagen zum Fertigmachen hierher. Sein Aufenthalt in der Etappe sollte am 21.Juli zu Ende sein, wo er nun steckt weiß ich nicht, das ganze Gebiet steht ja nun schon einige Zeit mitten in der Bewegung. Seine Felpostnr. ist noch immer 0Z6SZ B, ob ihn allerdings endlich einmal ein Brief erreicht hoffe ich nur. Seit April sind erst zwei Briefe von mir in seine Hand gelangt, trotz täglichen Schreibens.

Bewegt las ich Ihren Aufsatz in der letzten N.u.V.Nummer^ all die viele, viele Arbeit, der Reichtum und die Sicherheit derer die mit und vor Ihnen lebten und schufen nun einfach nicht mehr da­ss ist zu traurig. Wenn es doch nun mit dem Schrecklichen ein Ende hätte und die Kurve wieder aufwärts ging! Ich möchte Ihnen, lieber Herr Professor, so von Kerzen noch eine lange, ruhige Arbeitszeit wünschen!

Von hier ist nur Gutes zu melden: die Kinder erfüllen mit ihrem Geturne, Gehops und Gelächter die Tage, man ist so froh sie zu haben und sie gedeihen zu sehen. Und Giessen^ hat ja bisher auch noch immer Glück gehabt, hoffentlich bleibt es so.

Das Herz ist voll von Wünschen- möge es zum gutenjfcnde

getzen !

In. Verehrung grüßt Sie Ihre